Orientalische Patriarchen fordern Religionsfreiheit für Christen in islamischen Ländern

In einem eindringlichen Appell haben sich die bei der Weltbischofssynode im Oktober 2008 anwesenden Patriarchen der mit Rom unierten orientalischen Ostkirchen an die versammelten Bischöfe und die Weltöffentlichkeit gewandt: Gerechtigkeit und Religionsfreiheit seien Voraussetzung und Garantie für Frieden. Besonders für das Heilige Land, den Libanon, den Irak und Indien forderten die Patriarchen rechtliche und soziale Bedingungen, die den Christen ein Leben in Würde und ohne Diskriminierungen erlauben. Die Christen hätten ein Recht, in der orientalischen Urheimat des Christentums frei und ungehindert zu leben. „Wir betrachten es als unsere Pflicht, uns zum Sprecher all derjenigen zu machen, die auf Garantien für ein menschenwürdiges Leben in einer vom Gemeinwohl geprägten Gesellschaft warten", so die Patriarchen in ihrer Botschaft. „Wir sind allen nahe, die für ihren christlichen Glauben leiden, und neigen uns in Ehrfurcht vor den Märtyrern der jüngsten Zeit, die ihr Leben wegen ihrer Treue zu Christus verloren haben." An die Christen und an die „Menschen guten Willens" appellierten die orientalischen Patriarchen, im Alltag „Respekt und Aufnahmebereitschaft für die ‚Anderen'" zu praktizieren und allen nahe zu sein, die arm und bedürftig sind.
Unterzeichnet wurde der Appell u.a. vom maronitischen Patriarchen von Antiochien, Kardinal Nasrallah Butros Sfeir, vom chaldäisch-katholischen Patriarchen, Kardinal Emmanuel III. Delly, vom syro-malabrischen Großerzbischof von Ernakulam, Kardinal Varkey Vithayathil sowie vom Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone und vom Präfekten der Ostkirchenkongregation, Kardinal Leonardo Sandri.

 

www.kathpress.at, 26. Oktober 2008.

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