Zwei Jesuitenpatres in Moskau vermutlich ermordet

Am Abend des 28. Oktobers 2008 sind der Moskauer Nachrichtenagentur RIA zufolge die Jesuitenpatres Otto Messmer und Victor Betancourt-Ruiz tot in ihrer Wohnung aufgefunden worden. Nachdem sie, wie der Sprecher der Erzbischöflichen Kurie in Moskau, Pater Igor Kowalewski, mitteilte, auf Telephonanrufe nicht reagiert hatten, ließen besorgte Mitbrüder die Wohnungstür aufbrechen - hier wurden die toten Priester entdeckt. Da ein Gewaltverbrechen befürchtet werden musste, wurde umgehend die Kriminalpolizei eingeschaltet, die bis in den frühen Morgen Spuren sicherte. Nach Pater Kowalewski werde der Vorfall von russischer Seite auf höchster Ebene behandelt, z.B. habe sich die Administration des russischen Präsidenten, Dimitrij Medvedjev, in die Aufklärung eingeschaltet.

Bei den tot aufgefundenen Ordensmännern handelt es sich um den russlanddeutschen Pater Otto Messmer (47) - er ist Oberer der Jesuiten für die Region Russland, und um den aus Kolumbien stammenden Pater Victor Betancourt-Ruiz (42).

Otto Messmer SJ wurde am 14. Juli 1961 geboren und wuchs in einer kinderreichen wolgadeutschen Familie im kasachischen Karaganda auf. 1982 trat er in den Orden der Gesellschaft Jesu (SJ) ein. Nach Abschluss seiner theologisch-philosophischen Studien am Priesterseminar in Riga wurde er von Kardinal Julian Vaivodsa 1988 zum Priester geweiht. In der heutigen Hauptstadt Kasachstans, Astana (früher Akmolinsk bzw. Zelinograd), begann Messmer seinen seelsorglichen Dienst. Später leitete er als Rektor das Vorseminar in Novosibirsk und beaufsichtigte die Ausbildung der Priesteramtskandidaten. Während der letzten Jahre verantwortete der Jesuit als Ordensoberer die Geschicke der unabhängigen russischen Region der Gesellschaft Jesu in Moskau. - Victor Betancourt-Ruiz SJ  wirkte am Moskauer theologischen Institut der Jesuiten als Professor für Philosophie und Geschichte. Er war erst seit einigen Jahren in Russland tätig.

 

Renovabis-Pressemitteilung, 29. Oktober 2008 - G.S.

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