Russland: Umstrittenes Vladimir-Denkmal in Moskau eingeweiht

Mit erheblicher Verzögerung hat Russlands Präsident Vladimir Putin Anfang November ein Denkmal für Großfürst Vladimir eingeweiht. Der russische Patriarch Kirill segnete die Statue des Fürsten, der in der Russischen Orthodoxen Kirche als apostelgleicher Heiliger verehrt wird. Der „Täufer der Rus´“ ließ sich im 10. Jahrhundert taufen und führte in seinem Kiewer Reich das orthodoxe Christentum ein.
Das umstrittene Denkmal hätte bereits letztes Jahr, anlässlich der Feierlichkeiten zum 1 000. Todestag von Vladimir, eingeweiht werden sollen. Haupthindernis war jedoch der umstrittene Standort des Denkmals (s. RGOW 8/2015, S. 3): Ursprünglich sollte die Statue auf einer Aussichtsplattform auf den Sperlingsbergen, vor der Lomonosov-Universität, mit Blick auf das Stadtzentrum errichtet werden. Gegen den geplanten Standort erhob sich erheblicher Widerstand, Studierende und Anwohner sammelten rund 65 000 Unterschriften gegen das Denkmal. Daraufhin waren verschiedene Standorte in Moskau im Gespräch, darunter der Lubjanka-Platz. In einer Internet-Umfrage konnten die Moskauer ihre Präferenz angeben, laut einer anderen Umfrage wünschte sich jedoch eine Mehrheit der Einwohner, dass das Denkmal überhaupt nicht in Moskau errichtet würde.
Die Wahl fiel schließlich auf den zentralen, in der Online-Befragung favorisierten Borovizkij-Platz. Um dessen Status als UNESCO-Weltkulturerbe nicht zu gefährden, fiel die Statue deutlich kleiner aus als ursprünglich geplant. Die 16 Meter hohe Bronzestatue zeigt den Großfürsten mit Kreuz und Schwert in der Hand. Der 4. November wird seit 2005 in Russland als „Tag der Einheit des Volkes“ begangen. Patriarch Kirill bezeichnete das Vladimir-Denkmal als Symbol der Einheit für die Völker Russlands, Weißrusslands und der Ukraine, die aus der historischen Rus´ hervor­gegangen seien.

www.interfax-religion.ru, 4. November; Kathpress, 4. November 2016 – N. Z.

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