Russland: Lutheraner erhalten St. Peter und Paul-Kathedrale in Moskau zurück

Die Evangelisch-Lutherische Kirche Russlands hat die Moskauer Kathedrale St. Peter und Paul zurückerstattet bekommen.

An einer Rückgabezeremonie am 25. Oktober in Moskau nahm der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier gemeinsam mit dem Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, teil. Steinmeier sprach von einem „langgehegten Wunsch“ der Lutheraner, der nun in Erfüllung gehe. Russlands Präsident Vladimir Putin dankte er für diese „schöne Geste im Jahr des Reformationsjubiläums“, die den evangelischen Christen in Russland viel bedeute.
Das kommunistische Regime hatte 1936 den Pfarrer der lutherischen Hauptkirche erschießen lassen und den Sakralbau 1938 zu Staatseigentum erklärt. Anschließend wurde in der Kathedrale ein Kino eingerichtet und 1957 der Kirchturm abgerissen. Erst seit 1991 können hier wieder Gottesdienste gefeiert werden. Die Lutheraner waren bislang allerdings nur Gäste in ihrer Kirche. Die Kathedrale gehörte weiter dem Staat, auch wenn die Kirche keine Miete zahlen musste. Zur lutherischen Kirche bekennen sich in Russland rund 19 000 Erwachsene. Die meisten Mitglieder haben deutsche Wurzeln. Für die Rückgabe ihrer Hauptkirche hatten sie zuvor jahrelang gekämpft.
Orthodoxe und Lutheraner, Russen und Deutsche seien sich „in der wechselvollen Geschichte, die sie verbindet, nah und fern“ gewesen, sagte Steinmeier. „Vielleicht kann die Errungenschaft der Reformation, die Entdeckung der Würde des Individuums vor Gott, ja, auch ihr Freiheitsversprechen, das wir in diesem Jahr feiern, Anlass sein, uns wieder und neu zu begegnen“, sagte der deutsche Bundespräsident, der sich schon als Außenminister für die Rückgabe der Kathedrale eingesetzt hatte. Erzbischof Dietrich Brauer betonte: „Die Gläubigen sind in ihre Kirche zurückgekehrt. Und heute wird die Kathedrale wieder in vollem Maße zum eigenen Haus für die Gemeinde und außerdem zu einem wichtigen Zentrum des geistlichen Lebens aller Lutheraner Russlands.“

Kathpress, 25. Oktober; Kanzlei ELKRAS, 30. Oktober 2017.

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