Griechenland: Kirche warnt vor Zugeständnissen im Namensstreit mit Makedonien

Die Orthodoxe Kirche von Griechenland hat ihre Sorge über die aktuellen Entwicklungen im griechisch-makedonischen Namensstreit bekundet; sie könne in einer nationalen Angelegenheit dieser Größenordnung nicht „gleichgültig“ bleiben.

Der Hl. Synod beschloss am 10. Januar 2018 an seiner Sitzung, in dieser Frage nicht „klein beizugeben“ und bekräftigte seine Bedenken gegen die Bezeichnung „Makedonien“ im Namen der früheren jugoslawischen Republik.

Erzbischof Hieronymos (Liapsis) betonte, dass es sich nicht nur um eine politische und nationale, sondern auch eine ekklesiologische Angelegenheit handle. Der Hl. Synod befürchtet, dass ein offizieller Landesname, der die Bezeichnung „Makedonien“ enthält, den Anspruch der unkanonischen Makedonischen Orthodoxen Kirche (MOK) auf diesen Namen stützen könnte. In seinem Neujahrsbrief stellte Hieronymos eine Verbindung zwischen den diplomatischen Aktivitäten hinsichtlich einer Lösung im Namensstreit und den Bemühungen um Anerkennung der MOK her. Seine Kirche habe „seit der Antike für das Griechisch-Sein Makedoniens gekämpft“ und könne daher den Gebrauch des Namens durch nichtgriechische Gruppierungen nicht akzeptieren.

Griechenland befürchtet, der Name seines nördlichen Nachbars impliziere einen territorialen Anspruch auf die gleichnamige nordgriechische Provinz. Nach seiner friedlichen Loslösung von Jugoslawien 1991 nahm Makedonien offiziell den Namen „Republik Makedonien“ an. Aufgrund des Namensstreits mit Griechenland wurde der Staat 1993 aber unter der Bezeichnung FYROM („Former Yugoslav Republic of Macedonia“, „Ehemalige jugoslawische Republik Makedonien“) in die UNO aufgenommen, wobei der Sicherheitsrat festhielt, es handle sich um einen provisorischen Namen. Trotz dieser provisorischen Lösung blockierte Griechenland jedoch die Aufnahme Makedoniens in die NATO und die EU.

In den letzten Wochen ist es zu einer Annäherung zwischen Griechenland und Makedonien im Namensstreit gekommen, die am 17. Januar in ein Treffen zwischen Diplomaten beider Länder am UN-Hauptsitz in New York mündete. Davor lagen die Verhandlungen seit 2014 auf Eis. Im Dezember 2017 hatte der neue makedonische Ministerpräsident Zoran Zaev erklärt, den Anspruch seines Landes, der einzige Erbe Alexanders des Großen zu sein, aufzugeben. „Die Geschichte gehört nicht uns, sondern auch Griechenland und vielen anderen Ländern“, sagte Zaev in einem Fernsehinterview. Ein konkretes Zugeständnis erfolgte bei einem Treffen zwischen Zaev und dem griechischen Ministerpräsident Tsipras am 24. Januar am Weltwirtschaftsforum in Davos. „Um praktisch zu beweisen, dass wir gewillt sind, eine Lösung zu finden, verkünde ich, dass wir den Namen des Flughafens und der Straße ändern werden“, sagte Zaev gegenüber Reportern. Ein neuer Name für den nach Alexander dem Großen benannten Flughafen in Skopje müsse noch bestimmt werden, die Autobahn von Makedonien nach Griechenland, werde in Freundschaftsautobahn umbenannt.

Eine neuere Umfrage zeigt jedoch, dass mehr als zwei Drittel der Griechen gegen jegliche Verwendung der Bezeichnung „Makedonien“ durch ihren Nachbarn sind. So gingen am 4. Februar Hunderttausende Menschen in Athen auf die Straße, um für das alleinige Recht Griechenlands auf den Namen Makedonien zu demonstrieren.

www.ekathimerini.com, 11. Januar; www.apnews.com, 23. Dezember 2017, 17. Januar; www.rferl.org, 16., 24. Januar; www.balkaninsight.com, 21. Januar 2018 – N. Z.

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