Serbien: Bischofsversammlung bekräftigt Position zu Kosovo

An ihrem jährlichen Treffen hat die serbische Bischofsversammlung die bisherige Position der Serbischen Orthodoxen Kirche (SOK) bestätigt, dass Kosovo ein integraler Bestandteil des serbischen Staates und die Anerkennung der kosovarischen Unabhängigkeit unzulässig sei.

Für die Bischöfe ist die Kosovo-Frage eine „serbische kirchliche, nationale und gesellschaftliche Frage ersten Rangs“, wie sie in ihrem Abschlussstatement vom 10. Mai bekräftigten. Den kosovarischen Institutionen warfen die Bischöfe vor, einen ethnisch reinen albanischen Staat schaffen zu wollen, in dem für Serben keinen Platz sei. Klar sprach sich die Bischofsversammlung auch gegen eine Teilung des Kosovo aus.

In ihrem Schlussstatement erklärten die Bischöfe ihre Entscheidung, drei Märtyrer aus dem Kosovo zu kanonisieren, zur wichtigsten ihrer Sitzung. Weitere Themen an der Versammlung waren u. a. der bevorstehende 800. Jahrestag der Erlangung der Autokephalie der SOK, der weitere Innenausbau der Sveti-Sava-Kathedrale in Belgrad und die Berichte der Bischöfe. Dabei sieht sich die SOK von allen Seiten unter Druck, die demografische Entwicklung auf dem Land führe zu einer Abnahme der Zahl der Gläubigen, zudem drohte ihr in mehreren Gebieten Konkurrenz. So würden die „albanischen Extremisten“ nicht nur in Kosovo, sondern auch in Südserbien „immer aggressiver“ auftreten. Außerdem prangerten sie die „Rumänisierungsbestrebungen“ der Rumänischen Orthodoxen Kirche im Osten des Landes und „Einmischungen“ der Bulgarischen Orthodoxen Kirche im Grenzgebiet zu Bulgarien an. Besonders „alarmierend“ sei die Situation in Montenegro, wo die staatlichen Institutionen die dortige Metropolie der SOK diskriminieren würden.

Mit wenigen Ausnahmen beurteilte die Bischofsversammlung die Beziehungen zu den anderen orthodoxen Kirchen als gut. Ihr besonderes Mitgefühl und ihre Solidarität gilt der „Märtyrer-Schwesterkirche“ – der Ukrainischen Orthodoxen Kirche–Moskauer Patriarchat. Auch das Verhältnis zur katholischen und den reformierten Kirchen sowie ökumenischen Organisationen stuften die Bischöfe als „korrekt und konstruktiv“ ein, mit Ausnahme der Kroatischen Bischofskonferenz. Denn einigen ihrer Mitglieder wirft sie eine „pro-ustascha bzw. ustaschoide“ Haltung vor.

Die Bischofsversammlung hat zudem den Entwurf eines neuen Kirchenstatuts der SOK diskutiert und entschieden, die Bischöfe um die Mitteilung ihrer Bemerkungen bis zum 1. November zu bitten. Die zuständige Kommission des Hl. Synods würde diese dann besprechen und sich nächstes Jahr zum Thema äußern. Das vor der Versammlung in den serbischen Medien aufgetauchte angebliche Dokument war auf viel Kritik seitens Experten für kanonisches Recht gestoßen. Diese befürchten eine Schwächung der Konziliarität, Einheit und Identität der SOK. Zudem würde das neue Statut die Macht der Bischöfe auf Kosten von Geistlichen und Laien stärken.

www.spc.rs, 30. April, 10. Mai; www.danas.rs, 29.April 2018 – N. Z.

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