Frankreich: Pariser Exarchat unterstellt sich griechischen Metropolien vorerst nicht

Das „Erzbistum der orthodoxen Gemeinden russischer Tradition in Westeuropa“ weigert sich, seine Gemeinden den Hierarchen des Ökumenischen Patriarchats zu unterstellen.

Der Rat des Erzbistums spricht dessen Entscheidung von Ende November 2018, den Status des Erzbistums als Exarchat aufzuheben, nicht die Berechtigung ab (s. RGOW 1/2019, S. 5). Doch gelte es die Aberkennung des Status von einer „Auflösung des Erzbistums“ zu unterscheiden, denn einzig die Generalversammlung des Erzbistums, die sich am 23. Februar trifft, verfüge über diese Kompetenz. 
Zahlreiche Priester und Diakone sind brieflich von den lokalen griechischen Metropoliten dazu aufgefordert worden, ihren Erzbischof nicht mehr zu kommemorieren, sich den jeweiligen griechischen Metropolien anzuschließen und diesen alle Dokumente und Register ihrer Gemeinde auszuhändigen. Diese Einmischung außenstehender Bischöfe sei „aus ekklesiologischer wie auch rechtlicher Sicht unrechtmäßig“, so der Rat des Erzbistums in einem Kommuniqué. Der „einzig legitime leitende Bischof“ sei nach wie vor Erzbischof Jean (Renneteau) von Charioupolis, der dieses Amt laut den Statuten des Exarchats auf Lebenszeit ausübe. 
In einem Brief an Patriarch Bartholomaios betont der Rat zugleich seine Dankbarkeit gegenüber dem Ökumenischen Patriarchat und bezeichnet die Phase als Exarchat seit 1999 als „glückliche und günstige Periode in der Geschichte unseres Erzbistums“. Er wirft die Frage auf, ob die Gründe zur Verleihung des Status seither verschwunden seien, und verweist darauf, dass sich seither nichts Grundlegendes geändert habe. Während es dem Ökumenischen Patriarchat freistehe, seinen Beschluss von 1999 zu widerrufen, stehe ihm die Entscheidung über die künftige Zugehörigkeit der Gemeinden des Pariser Exarchats nicht allein zu. 
Der Rat drückte seine Hoffnung auf eine Zukunft innerhalb des Ökumenischen Patriarchats aus. Doch gleichzeitig gibt es Debatten innerhalb des Erzbistums, wie alternative Zukunftsszenarien aussehen könnten. Angeblich steht die Verwaltung des Erzbistums bereits in Kontakt mit dem Moskauer Patriarchat und klärt die Möglichkeit eines Beitritts zur Russischen Orthodoxen Kirche (ROK) ab. Eine andere Option wäre, sich der Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland (ROCOR), einer autonomen Struktur innerhalb der ROK, anzuschließen. Offenbar gibt es auch Befürworter eines Beitritts zur Rumänischen Orthodoxen Kirche.

 www.orthochristian.com, 17. Dezember 2018, 26. Januar;  www.exarchat.eu, 17., 18. Januar; www.orthodoxyindialogue.com, 23. Januar 2019 – N. Z.

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