Ukraine: Metropolit Epifanij inthronisiert

Am 3. Februar ist Metropolit Epifanij (Dumenko) von der neu gegründeten Orthodoxen Kirche der Ukraine (OKU) in sein Amt eingesetzt worden.

Er wurde bei einem Festgottesdienst in der Kiewer Sophienkathedrale von drei Metropoliten inthronisiert. Neben einer Delegation des Ökumenischen Patriarchats und Vertretern einiger Klöster vom Athos nahmen Vertreter mehrerer ukrainischer Glaubensgemeinschaften teil.
Epifanij hofft, dass die OKU mit der Zeit den Status eines Patriarchats erhalten und alle orthodoxen Ukrainer vereinen werde. „Die Tore unserer Kirchen sind für alle offen“, betonte er. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko sagte in seiner Rede, die Hoffnungen vieler Menschen lägen nun auf Epifanij. Er betonte, die OKU werde auch in Zukunft vom Staat unabhängig bleiben, und versicherte, es werde in der Ukraine keine Staatskirche geben. 
Am 5. Februar fand die erste Sitzung des Hl. Synods der OKU statt. Seine ständigen Mitglieder sind „Ehrenpatriarch“ Filaret (Denisenko), vormals Oberhaupt der Ukrainischen Orthodoxen Kirche–Kiewer Patriarchat (UOK–KP), Metropolit Makarij (Maletytsch), vormals Leiter der Ukrainischen Autokephalen Orthodoxen Kirche, und Metropolit Simeon (Schostazkij), der als einer von zwei Bischöfen der Ukrainischen Orthodoxen Kirche–Moskauer Patriarchat (UOK) die Gründung der OKU unterstützt hat.
An der Sitzung wurde beschlossen, dass Filaret die Kiewer Eparchie leiten solle, Simeon wurde zum Sekretär des Hl. Synods bestimmt. Metropolit Ioan von Tscherkassy wird Leiter der Synodalabteilung für Militärgeistliche und Erzbischof Serhij von Donezk Vorsitzender der Abteilung für Soziale Dienste und Wohltätigkeit. Angesichts der zentralen Rolle, die die Entwicklung der Außenbeziehungen der OKU spielt, wurde Epifanij selbst zum Leiter der Abteilung für äußere Kirchenbeziehungen ernannt.
Seit der Ökumenische Patriarch Bartholomaios im Januar der OKU die Autokephalie verliehen hat (s. RGOW 1/2019, S. 3-4), ist diese noch von keiner der orthodoxen Lokalkirchen anerkannt worden, daher entsandten sie keine Vertreter an die Inthronisation. Die Russische Orthodoxe Kirche (ROK) lehnt die Verleihung der Autokephalie ab und wird dabei von der russischen Regierung unterstützt. Anlässlich des Amtsjubiläums von Patriarch Kirill warf Präsident Vladimir Putin der Ukraine vor, religiöse Angelegenheiten zu politisieren und parasitär aus ihnen Profit zu ziehen. Jegliche Einmischung in Kirchenangelegenheiten sei „absolut inakzeptabel“. Die russische Regierung respektiere die „Unabhängigkeit von Kirchenangelegenheiten, insbesondere in einem benachbarten souveränen Staat“, sie behalte sich aber das Recht vor, „alles zu tun“, „um die Menschenrechte, darunter die Religionsfreiheit, zu schützen“. 
Als problematisch für die weitere Entwicklung der OKU erweist sich vor allem die Person Filaret (Denisenko). Schon seine Ernennung zum „Ehrenpatriarchen“ habe vielen Beobachtern, gerade auch Befürwortern der ukrainischen Autokephalie, missfallen, kommentierte Giacomo Sanfilippo, Gründer und Redaktor der Website orthodoxyindialogue.com. Man habe gehofft, Filaret würde sich in ein Kloster zurückziehen und ein ruhiges und „verborgenes“ Leben führen. Dies habe sich schnell als „naive Hoffnung“ herausgestellt. Mit seinen vielen öffentlichen Auftritten und Äußerungen mache er Epifanij Konkurrenz und behauptete sogar, sie würden die OKU „gemeinsam regieren“. Entgegen Filarets Ansicht habe das Ökumenische Patriarchat die Autokephalie nicht dem Kiewer Patriarchat, sondern der neuen OKU verliehen, die UOK–KP sei mit dem Vereinigungskonzil in der neuen Kirche aufgegangen. Zudem habe Konstantinopel ihn mit der Aufnahme in die Kirchengemeinschaft als Bischof wieder eingesetzt, aber nie seinen Rang als Patriarch anerkannt. Sanfilippo befürchtet, Filaret begreife nicht, dass aufgrund der weitverbreiteten Ablehnung der Verleihung der Autokephalie in der orthodoxen Welt die OKU besonders kritisch beobachtet werde. Dem Hl. Synod der OKU empfiehlt Sanfilippo, Filarets Ego Grenzen zu setzen. 

 www.noek.info, 10. Januar; www.orthodoxyindialogue.com, 26. Januar; www.interfax-religion.com, 31. Januar; www.orthochristian.com, 31. Januar; www.risu.org.ua, 24., 30., 31. Januar, 3., 5. Februar 2019 – N. Z.

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