Türkei: Ökumenisches Patriarchat ändert Art der Kommunionspendung nicht

Die Hl. Synode des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel hat entschieden, die übliche Weise der Kommunionspendung aus demselben Kelch und mit einem Löffel nicht zu ändern.

An ihrer Sitzung vom Juni hielt sie in einem Kommuniqué fest, die „Eucharistie ist unverhandelbar“. Es sei „unmöglich, dass durch dieses Mysterium der Mysterien irgendeine Krankheit auf die Teilnehmer übertragen werden kann“. Daher bleibe die Kirche in ihrer Ansicht zur Kommunion standfest. Als Hüterin der heiligen Traditionen sehe sie keinen Anlass, ihr Vorgehen zu ändern, insbesondere nicht unter „Druck von äußeren Faktoren“. Zugleich sei es Bischöfen aber erlaubt, in pastoraler Verantwortlichkeit „vorübergehende Maßnahmen“ zu treffen – also etwa vorübergehend Einweg-Löffel bei den Gottesdiensten zu verwenden.

Angesichts der Coronavirus-Epidemie war in vielen Ländern mit orthodoxer Mehrheit die übliche Spendung der Kommunion aus einem Kelch mit einem Löffel kontrovers diskutiert worden. Während verschiedene orthodoxe Kirchen zu Einweglöffeln übergingen oder den Löffel nach jedem Teilnehmer desinfizierten, beharrten andere auf der traditionellen Weise. Im Mai hatte der Ökumenische Patriarch Bartholomaios einen Brief an die Vorsteher der orthodoxen Lokalkirchen gerichtet, um in dieser Frage zu einer gemeinsamen Position zu kommen. An der Sitzung wurde mit Befriedigung festgestellt, dass die Meinungen derer, die auf den Brief reagiert haben, mit der Haltung des Ökumenischen Patriarchats übereinstimmt.

Im Hinblick auf „besondere Bedürfnisse“ in der Diaspora erlaubt die Hl. Synode ihren dortigen Bischöfen Ausnahmen. Mit „pastoraler Sensibilität, Verantwortungsgefühl und Bewusstsein“ dürften sie in „problematischen Situation“ aufgrund lokaler staatlicher Regelungen „vorübergehende Anpassungen“ zum spirituellen Wohl der Gläubigen vornehmen. Erzbischof Elpidophoros (Lambriniadis), das Oberhaupt der Erzdiözese von Amerika, dankte der Hl. Synode für ihren „weisen und klugen Entschluss“. In ihrer Konsultation mit den orthodoxen Lokalkirchen habe sie echte orthodoxe Synodalität gezeigt. Mit der Möglichkeit zu lokalen Lösungen beweise sie zudem ihre „Liebe und Sorge“ für „alle ihre spirituellen Kinder auf der ganzen Welt“.

Angesichts der steigenden Fallzahlen bei Covid-19-Erkrankungen in den USA hatte Erzbischof Elpidophoros schon im Mai die ihm unterstehenden Priester angewiesen, Einweg-Löffel zu verwenden. Er betonte, es sei „nicht die Art, wie wir sie erhalten, sondern die Kommunion selbst, die uns rettet und ewiges Leben gibt“.

www.noek.info, 11. Juni; www.orthodoxtimes.com, 25. Juni 2020 – N. Z.

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