Deutschland: Metropolit Mark bezeichnet den Krieg in der Ukraine als „Verbrechen“

Metropolit Mark (Arndt) von Deutschland hat sich von der Legitimierung des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine durch Patriarch Kirill distanziert. Er könne dessen Sichtweise nicht unterschreiben.

Im Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) bezeichnet er den Krieg in der Ukraine als „Verbrechen“.

Metropolit Mark, der seit dem Tod von Metropolit Ilarion (Kapral) von Ostamerika und New York Mitte Mai als Interims­oberhaupt der Russischen Auslandskirche fungiert, erklärte: „Manche meinen, er [der Krieg] dauert in Wahrheit schon acht Jahre, und dass es zum Beispiel ein Fehler der ukrainischen Regierung war, in den Schulen den Gebrauch der russischen Sprache zu verbieten. Wahrscheinlich ist das so. Dies kann aber niemals die Rechtfertigung für einen Krieg sein. Auf keinen Fall.“ Die Begründung des russischen Präsidenten Vladimir Putin für den Angriff, dass in der Ukraine Nazis an der Macht seien, bezeichnet er als „Unsinn“. Es gebe in der Westukraine zwar tatsächlich kleine Gruppierungen, die dem Geist des früheren NS‑Kollaborateurs Stepan Bandera nahestehen. „Das ist aber auch alles. In Kiew und der Ukraine regieren keine Nazis.“

Metropolit Mark wies auf die Unterstützung seiner Kirche für ukrainische Flüchtlinge hin, die unter anderem Lebensmittelkonvois in die Ukraine organisiere. Der 81-Jährige sprach sich für einen vollkommenen Rückzug Russlands aus der Ukraine und für eine EU-Mitgliedschaft der Ukraine aus, „auch wenn dies auf russischer Seite wieder große Ressentiments hervorrufen kann“. Der Krieg werde seine Kirche „ganz sicher“ verändern, „und leider nicht zum Guten“. „Mir fällt es schwer zu glauben, dass der ukrainische Teil unserer Kirche bei dem russischen blieben will. Und die Ukrainer sind die gläubigsten Mitglieder in der russisch-orthodoxen Kirche“, so Metro­polit Mark. (SK)

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