Oberhaupt der Ukrainischen Orthodoxen Kirche weiht Denkmal für Opfer der Hungersnot 1932/33 ein

Im Rahmen der staatlichen Trauerfeierlichkeiten aus Anlass des Gedenkens an den Holodomor („Vernichtung durch Hunger") vor 75 Jahren am 22. November hat Metropolit Vladimir (Sabodan), Oberhaupt der Ukrainischen Orthodoxen Kirche/Moskauer Patriarchat (UOK/MP), ein Denkmal für die ukrainischen Opfer der Großen Hungersnot 1932-1933 eingeweiht. Danach zelebrierten alle Bischöfe der UOK/MP unter Leitung von Metropolit Vladimir einen Totengottesdienst „für die Seelenruhe der Entschlafenen, der von der gottlosen Macht durch Hunger zu Tode Gequälten". Unter den Zelebranten war auch Archimandrit Elpidophor (Lambriniadis), Generalsekretär der Hl. Synode des Ökumenischen Patriarchats Konstantinopel. An dem Totengottesdienst nahmen die gesamte politische Führung der Ukraine sowie Regierungsvertreter von ca. 40 Staaten, Repräsentanten mehrerer Religionsgemeinschaften und großer internationaler Organisationen teil.

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Slowakische und ungarische Bischöfe rufen zum Dialog auf

Die katholischen Bischöfe der Slowakei und Ungarns haben sich in getrennten, aber aufeinander abgestimmten Erklärungen zu den im November 2008 wieder einmal offen ausgebrochenen Spannungen zwischen beiden Ländern geäußert. Beide Seiten verurteilten dabei jeglichen Extremismus und riefen zum Dialog der Konfliktparteien auf.

Der Vorsitzende der Slowakischen Bischofskonferenz, Bischof František Tondra von Spiš, erklärte in seinem „Aufruf zur Beruhigung der Beziehungen zwischen der Ungarischen und Slowakischen Republik", er verfolge „mit wachsenden Befürchtungen die zugespitzten Beziehungen" zwischen beiden Ländern. Als Vorsitzender der Slowakischen Bischofskonferenz rufe er „nach Beratung mit einigen Bischöfe alle Menschen guten Willens auf, es möge ein jeder zur wechselseitigen Verständigung zwischen beiden Völkern beitragen." Alle sollten sich von „jeglichen extremistischen Äußerungen distanzieren".

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Zusammenschluss der lutherischen Heimatkirche und der Kirche in der Diaspora in Sicht

Bei Kriegsende, als die sowjetischen Armeen das Baltikum besetzten, flohen ca. 80.000 Esten und etwa die Hälfte der Pfarrerschaft: nach Skandinavien, nach Deutschland und England, viele wanderten nach Amerika und Australien weiter. Sehr bald wurden kirchliche Strukturen aufgebaut. Heute zählt die Estnische Evangelisch-Lutherische Kirche im Ausland, deren Erzbischof erst in Stockholm seinen Sitz hatte und nun in Toronto/Kanada, residiert, ca. 15.000 Gemeindeglieder in 49 Gemeinden, die von 34 Pfarrer/innen seelsorgerlich betreut werden.

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Orientalische Patriarchen fordern Religionsfreiheit für Christen in islamischen Ländern

In einem eindringlichen Appell haben sich die bei der Weltbischofssynode im Oktober 2008 anwesenden Patriarchen der mit Rom unierten orientalischen Ostkirchen an die versammelten Bischöfe und die Weltöffentlichkeit gewandt: Gerechtigkeit und Religionsfreiheit seien Voraussetzung und Garantie für Frieden. Besonders für das Heilige Land, den Libanon, den Irak und Indien forderten die Patriarchen rechtliche und soziale Bedingungen, die den Christen ein Leben in Würde und ohne Diskriminierungen erlauben. Die Christen hätten ein Recht, in der orientalischen Urheimat des Christentums frei und ungehindert zu leben.

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Auseinandersetzungen zwischen armenischen und griechischen Christen in Jerusalem

In der „Auferstehungskirche" zu Jerusalem ist es (nach „Jerusalem Post", 9. November 2008) zu tätlichen Auseinandersetzungen zwischen altorientalischen Armeniern und orthodoxen Griechen gekommen. Nach Darstellungen des armenischen Patriarchats hätten 20-30 Griechen eine armenische Prozession gestört, die vom armenischen Bischof Aris (Shirvanian, *1934) angeführt wurde. Beide Seiten hätten daraufhin aufeinander losgeschlagen und aufeinander eingetreten und sich mit Gegenständen beworfen.

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Russische Kirche: Von Hungersnot 1932/33 waren nicht nur Ukrainer betroffen!

Aus Anlass des Gedenkens an die Hungersnot in der Sowjetunion (nicht nur in der Ukraine!) von 1932/33 vor 75 Jahren - und an ihre vielen Millionen Opfer erklärte Erzpriester Vsevolod Tschaplin, Stv. Vorsitzender des Kirchlichen Außenamtes der Russischen Orthodoxen Kirche, am 18. November 2008: Die Ukrainer müssten einsehen, dass von dieser Tragödie, der Hungersnot von 1932/33, die die Ukrainer „Holodomor" nennen [und zu einem Genozid der Russen an den Ukrainern hochstilisieren - G2W], nicht nur Ukrainer betroffen gewesen seien. Und die Russen müssten einsehen, dass es höchste Zeit sei, „die Bolschewiki, die den Massenhunger inszeniert haben, entschieden zu verurteilen". Opfer der Hungersnöte seien Menschen unterschiedlichster Nationalität gewesen.

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Bischof Diomid definitiv abgesetzt und zum einfachen Mönch herabgestuft

Unter dem Vorsitz von Patriarch Alexij II. hat der Hl. Synod der Russischen Orthodoxen Kirche an seiner Sitzung vom 6. Oktober 2008 die endgültige Absetzung von Bischof Diomid (Dzjuban, *1961) von Anadyr und Tschukotka beschlossen und ihn in den Stand eines einfachen Mönches versetzt. Damit bestätigte er eine Entscheidung des Bischofskonzils der Russischen Kirche vom 24. bis 27. Juni 2008: Dieses hatte Bischof Diomid in absentia seines Amtes als Oberhaupt der Eparchie Tschukotka enthoben, ihm Zelebrierverbot auferlegt und ihm gedroht, er werde suspendiert und zum einfachen Mönch herabgestuft, falls er hinsichtlich seiner „antikanonischen Akte, Verleumdungen seiner Hierarchie und der Verbreitung von Lügen sowie Anstiftung zum Schisma" dem Hl. Synod bis zur Sitzung am 6. Oktober 2008 keine Reue-Erklärung übermittle - was nicht geschah. Zudem war Bischof Diomid wiederholten Aufforderungen, vor dem Bischofskonzil sowie dem Hl. Synod zu erscheinen, nicht nachgekommen.

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Zwei Jesuitenpatres in Moskau vermutlich ermordet

Am Abend des 28. Oktobers 2008 sind der Moskauer Nachrichtenagentur RIA zufolge die Jesuitenpatres Otto Messmer und Victor Betancourt-Ruiz tot in ihrer Wohnung aufgefunden worden. Nachdem sie, wie der Sprecher der Erzbischöflichen Kurie in Moskau, Pater Igor Kowalewski, mitteilte, auf Telephonanrufe nicht reagiert hatten, ließen besorgte Mitbrüder die Wohnungstür aufbrechen - hier wurden die toten Priester entdeckt. Da ein Gewaltverbrechen befürchtet werden musste, wurde umgehend die Kriminalpolizei eingeschaltet, die bis in den frühen Morgen Spuren sicherte. Nach Pater Kowalewski werde der Vorfall von russischer Seite auf höchster Ebene behandelt, z.B. habe sich die Administration des russischen Präsidenten, Dimitrij Medvedjev, in die Aufklärung eingeschaltet.

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Neuer lutherischer Propst in Kaliningrad/Königsberg

In G2W 9/2008, S. 26-27, gab Propst Heye Osterwald am Ende seines Dienstes in Königsberg und im russischen Ostpreußen (Oblast' Kaliningrad) einen Überblick über seine Tätigkeit und einen Bericht über die gegenwärtige Lage. Seine Dienstzeit als lutherischer Pfarrer und zuletzt als Propst (= Dekan) in Nord-Ostpreußen endete am 31. August 2008 nach zwölf Jahren. Die Propstei zählte beim Weggang von Heye Osterwald 44 Gemeinden, die von sieben Pastorinnen und Pastoren betreut werden.  

Sein Nachfolger, Pfarrer Jochen Löber (44), hat am 4. September seinen Dienst an der „Auferstehungskirche" in Königsberg/Kaliningrad angetreten und wurde am 12. Oktober 2008 vom Oberhaupt der „Ev.-Luth. Kirche in Russland, der Ukraine, Kasachstan und Mittelasien" (ELKRAS), Erzbischof Dr. Edmund Ratz, in das neue Amt eingeführt, aus Hamburg war zu diesem Anlass Bischöfin Maria Jepsen angereist.

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