Soldatenmütter

Die NGO „Soldatenmütter von St. Petersburg“ ist eine der führenden Menschenrechtsorganisationen in Russland und setzt sich für die Rechte der Wehrdienstleistenden und Stellungspflichtigen ein. Jedes Jahr berät und betreut die Organisation rund 10‘000 Soldaten, deren Menschenrechte verletzt werden. Die Vorfälle reichen von mangelnder medizinischer Versorgung bis zur Misshandlung durch Vorgesetzte. Seit dem Ausbruch des Krieges in der Ostukraine beobachten Menschenrechtler eine zunehmende Militarisierung der russischen Gesellschaft. Gleichzeitig wenden sich immer mehr junge Männer an die „Soldatenmütter“, um Auskunft und Unterstützung zum alternativen Zivildienst zu erhalten. 2018 hat die NGO daher eine Online-Beratungsplattform zum Zivildienst erstellt und gilt heute als erste Anlaufstelle in Russland.

Projektziele
Die „Soldatenmütter von St. Petersburg“ unter der Leitung von Ella Poljakova arbeiten an einer Verbesserung der desolaten Menschenrechtslage in der russischen Armee. Dazu vermitteln sie den Betroffenen medizinische und juristische Hilfe und leisten intensive Öffentlichkeitsarbeit. In Menschenrechtsseminaren klären sie Wehrdienstleistende und deren Angehörige über ihre verfassungsmässigen Rechte auf und trainieren Verhaltensregeln für eine gewaltfreie Kommunikation mit den Behörden. Wegen der gewaltfördernden Zustände in der russischen Armee unterstützen die „Soldatenmütter“ die Stellungspflichtigen bei ihrem Recht auf alternativen Zivildienst. Die Online-Beratungsplattform zum Zivildienst richtet sich an Interessierte aus Russland, der Ukraine und Belarus. So leisten die „Soldatenmütter“ einen bewussten Beitrag zur Stärkung friedensfördernder Kompetenzen in der Zivilgesellschaft der drei Nachbarländer.

Sozialer Hintergrund
Obwohl die russische Verfassung das Recht auf einen alternativen Zivildienst festhält, sind die Kenntnisse darüber in der russischen Bevölkerung marginal. Zivildienstleistende müssen sich dieses Recht häufig mit juristischer Unterstützung vor Gericht erstreiten. Tragischerweise sind in der russischen Armee immer wieder Fälle zu verzeichnen, in denen Rekruten von Vorgesetzten erniedrigt, erpresst, misshandelt oder zu privater Sklavenarbeit gezwungen werden. Auch wird vielen eine grundlegende medizinische Versorgung vorenthalten. Tausende Soldaten kommen so in Friedenszeiten ums Leben oder begehen aus Verzweiflung Selbstmord.

Projektbewertung
Mit ihrem Rechtshilfeangebot, ihrer Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit leisten die „Sol-datenmütter von St. Petersburg“ einen wichtigen und unverzichtbaren Beitrag zur Wahrung der Menschenrechte in Russland. Die „Soldatenmütter“ sind in den letzten Jahren in besonderem Masse von der restriktiven Politik der russischen Regierung betroffen. Damit die „Soldatenmütter“ ihre Menschenrechtsseminare weiterhin anbieten können, sind sie auf unsere tatkräftige finanzielle Unterstützung angewiesen.

„Ich wünsche mir, dass alle für den Schutz der Demokratie einstehen, für die Menschenwürde, für den Schutz von Menschenleben und die Menschenrechte.“
Ella Poljakova, Leiterin der Soldatenmütter

Projektinformation auf einen Blick: pdfFlyer
Weitere Informationen auf der Internetseite des Projektpartners
Webseite zum Alternativen Zivildienst
Projektberichte