Unterstützung für Witwen

Der Wohltätigkeitsfonds „Mit Rat und Tat“ setzt sich für Witwen und deren Kinder im Raum St. Petersburg ein. In Zusammenarbeit mit PsychologInnen, SozialarbeiterInnen und JuristInnen wird den Witwen eine breit gefächerte Betreuung angeboten, um ihnen in der schwierigen Lebensphase zu helfen. Gegründet wurde der Wohltätigkeitsfonds 2017 von Elena Lepeschonok und Alexandra Starostenko. Beide verfügen über mehrjährige  Erfahrung im karitativen Bereich und kennen aus persönlicher Erfahrung die Herausforderungen, mit denen Frauen und Kinder nach dem Tod ihres Partners bzw. Vaters konfrontiert sind. In Russland gibt es bisher keine Beratungsstellen für Hinterbliebene. Staatliche Hilfeleistungen sind minim und beschränken sich auf formale Aspekte.

Projektziele
„Mit Rat und Tat“ hat sich die Überwindung der Isolation von Witwen und deren Kindern zum Ziel gesetzt. Einzelberatungen durch den Fonds helfen, konkrete Problemstellungen wie Miet- oder Erbfragen zu lösen. Ein Netzwerk an Freiwilligen ist im Aufbau und erleichtert die Kinderbetreuung, zudem bietet der Fonds konkrete Hilfe bei der Arbeitssuche. Zweimonatige Kurse unter der Leitung von PsychologInnen sollen helfen, den Verlust zu verarbeiten und neue Ressourcen zu finden. Diese wöchentlichen „Unterstützungsgruppen“ für je vier bis acht Teilnehmerinnen be-zeichnen die Witwen als äusserst hilfreich. Viele von ihnen treffen sich danach weiterhin in einer der Selbsthilfegruppen des Fonds. „Mit Rat und Tat“ lindert auch materielle Not von betroffenen Familien, z. B. durch Spenden von Lebensmitteln, Kleidern oder Schulsachen für die Kinder.

Sozialer Hintergrund
In Russland liegt die jährliche Sterberate von Männern um ein Vielfaches höher als diejenige von Frauen. Allein in der Stadt St. Petersburg und in der umliegenden Region sterben pro Jahr ca. 10‘000 Männer im Alter zwischen 25 und 59 Jahren. Tod und Verlust sind noch weitgehend Tabuthemen in Russland, so dass auch keine Kultur der psychologischen Betreuung für Hinterbliebene existiert. Die Witwen und deren Kinder sind meist auf sich allein gestellt. Von staatlicher Seite können sie nur mit einer nicht existenzsichernden Rente rechnen.

Projektbewertung
„Mit Rat und Tat“ ist die erste NGO in Russland, die Witwen und deren Kindern qualifizierte Unterstützung anbietet.

Bereits zwei Jahre nach der Gründung sind die Anfragen aus verschiedenen russischen Regionen markant gestiegen. Das Leitungsteam des Fonds hat sich daher entschlossen, ein Unterstützungsnetzwerk für lokal verankerte Selbsthilfegruppen von Witwen in Russland aufzubauen. Dazu sind eine Online-Plattform für Konsultationen und Webinare sowie eine Ratgeber-Broschüre in Planung. Für diese wegweisende Hilfe zur Selbsthilfe ist der Fonds auf unsere finanzielle Unterstützung angewiesen.

„Längerfristig würden wir gerne unser erprobtes Unterstützungsprogramm so weiter entwickeln, dass es auch in anderen Regionen des Landes angeboten werden kann.“
Elena Lepeschonok, Co-Leiterin von mit "Rat und Tat"

Projektinformationen auf einen Blick: pdfFlyer
Weitere Informationen auf der Internetseite des Projektpartners


Projektberichte