Die Krise in Belarus und die Rolle der Kirchen

G2W – Deutsche Sektion e.V. Jahrestagung 2021 (online) in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Orthodoxe Kirchen der Evangelischen Landeskirche Württemberg

Freitag, 22. Oktober 2021, 14:00–17:00 Uhr

Die Jahrestagung findet entgegen der ursprünglichen Ankündigung ausschließlich online statt! Grund sind Platzprobleme in der Christuskirche Stuttgart.

Programm
14:00 Uhr Mitgliederversammlung deutsche Sektion G2W
15:00 Uhr Kaffepause
15:30 Uhr Vortrag und Diskussion: 

Die Krise in Belarus und die Rolle der Kirchen
Referentin: Anna Nötzel, Theologin, Mitglied der Arbeitsgruppe "Christliche Vision" des Koordinierungsrates für Belarus

Die Veranstaltung findet online statt. Wir bitten Sie um Anmeldung bis zum 21. Oktober an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Herr Atanassov schickt Ihnen dann den Zoom-Link zum Livestream.

Mehr zum Thema:
Seit August 2020 wurden mehr als 40.000 Menschen in Belarus aus politischen Gründen festgenommen, Tausende von ihnen erlebten Folterung, 15 Personen wurden umgebracht. Zurzeit sind fast 800 Dissidenten/-innen in Haft, obwohl nur etwa 500 von ihnen bis jetzt als politische Gefangene von der Menschenrechtsorganisation Viasna anerkannt sind. Die Mehrheit der Inhaftierten ist entsprechend der Bevölkerung im Ganzen säkular. Mit manchen Gläubigen aber geht man aufgrund ihres Glaubens in der Haft besonders hart um. Unwillkürlich denkt man an ein Aufleben der sowjetischen Repressionsmaschine. Seit dem 1. Dezember 2020 befinden sich ein orthodoxer Priester, seine Frau und ihr Sohn in Haft, denen absurderweise terroristische Tätigkeit vorgeworfen wird. Seit August letzten Jahres verbrachten zudem mehrere Priester und aktive Laien verschiedener Konfessionen Tage im Gefängnis oder bekamen Geldstrafen. Einige von ihnen mussten ins Ausland fliehen. Die einzige „Schuld“ aller Dissidenten ist ihr Zeugnis für Wahrheit und Gerechtigkeit, die Ausübung ihrer Verfassungsrechte. [...]
In einer Situation, in der Gewalt, Ungerechtigkeit und totale Willkür der Machthaber herrschen, werden Worte über Wahrheit, Gerechtigkeit und Barmherzigkeit als regimekritisch angesehen. Christliches Zeugnis zu geben ist daher gefährlich und verlangt Mut. Viele orthodoxe und katholische Priester sowie protestantische Pfarrer haben sich als barmherzig und tapfer erwiesen, manche von ihnen mussten dafür ihre kirchlichen Posten abgeben. Ein mutiger orthodoxer Erzbischof, Artemij von Grodno, wurde am 8. Juni 2021 für sein christliches Zeugnis abgesetzt. Theologen, Priester und Pfarrer, sowie aktive Laien bildeten am 9. September 2020 eine ökumenische Arbeitsgruppe „Christliche Vision“ im Koordinierungsrat für Belarus, um als Kirche ihren Beitrag zur Lösung der politischen Krise im Land zu leisten. Die Arbeitsgruppe tritt für Unabhängigkeit der Kirche vom Staat ein, legt christliches Zeugnis für Wahrheit, Gerechtigkeit und Barmherzigkeit ab und hilft den verfolgten Christen.
Anna Nötzel 

Quelle: Newsletter 33 (1. August 2021) des Referats für Mission, Ökumene und Entwicklung der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.

Bei RGOW sind seit 2020 zwei Themenhefte über Belarus erschienen:
- RGOW 12/2020: Verordneter Stillstand und Proteste. Politik und Religion in Belarus und Russland
- RGOW 4-5/2021: Belarus - Historische und kulturelle Erkundungen

Belarus-News beim Nachrichtendienst Östliche Kirchen (NÖK) 

 

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