RGOW 1/2019: Slowenien & Kroatien

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Auch im neuen Jahr bleiben die Entwicklungen in der Ukraine spannend, so hat der Ökumenische Patriarch Bartholomaios der neu gegründeten Orthodoxen Kirche der Ukraine am 6. Januar die Autokephalie verliehen. Der Schwerpunkt der aktuellen Ausgabe liegt jedoch auf Slowenien und Kroatien. Obwohl die benachbarten Länder beide mehrheitlich katholisch sind, unterscheidet sich die jeweilige Situation der Kirche erheblich. So ist die katholische Kirche in Slowenien seit längerem von einem tiefgreifenden Vertrauensverlust betroffen, der sich nicht allein auf die jüngsten Enthüllungen von kirchlichem Missbrauch von Minderjährigen zurückführen lässt, wie Srečo Dragoš in seinem Beitrag festhält. Trotz vielfacher enger Beziehungen gestaltet sich auch das politische Verhältnis zwischen Slowenien und Kroatien aufgrund diverser Streitpunkte immer wieder schwierig. Eine gemeinsame Herausforderung stellt dagegen die Migration von Arbeitskräften dar, insbesondere in Kroatien nimmt der „brain drain“ immer bedrohlichere Ausmaße an.

pdfInhaltsverzeichnis und Editorial

Leseprobe:
Peter Mikša, Matija Zorn: Slowenische Gebirgswelt als Nationalsymbol

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IM FOKUS

Natalija Zenger, Stefan Kube: Neu gegründete Orthodoxe Kirche der Ukraine wird autokephal
Das Ökumenische Patriarchat hat der im Dezember neu gegründeten „Orthodoxen Kirche der Ukraine“ die Autokephalie verliehen. Das Moskauer Patriarchat hat diesen Schritt scharf verurteilt und versucht, die neue Kirche gesamtorthodox zu isolieren. Der ukrainische Präsident Poroschenko erhofft sich von der Verleihung der Autokephalie auch Rückenwind beim Präsidentschaftswahlkampf.

SLOWENIEN

Srečo Dragoš: Katholische Kirche in Slowenien – wieder eine verpasste Gelegenheit
Die katholische Kirche in Slowenien genießt laut allen Umfragen nur ein sehr geringes Vertrauen in der slowenischen Öffentlichkeit. Ausschlaggebend dafür sind aber nicht die jüngst publik gewordenen Missbrauchsfälle, sondern unterschiedliche Wertvorstellungen und ein dramatischer kirchlicher Finanzskandal. Anstatt jedoch aus ihren Fehlern zu lernen, stellt die Kirche weiterhin lautstark finanzielle Forderungen an den Staat.

Angela Ilić: Minderheit mit sichtbarem Erbe: Protestanten in Slowenien
Im heutigen Slowenien stellen die Protestanten lediglich eine kleine Minderheit dar. Dabei geht auf den Reformator Primož Trubar die slowenische Schriftsprache zurück. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs war die lutherische Kirche mehrheitlich deutsch geprägt. Anlässlich des Trubar-Jubiläums 2008 sowie des Reformationsjubiläums 2017 ist das evangelische Erbe wieder stärker an die Öffentlichkeit getreten. 

Danica Fink-Hafner: Wirtschaftskrise und politischer Bruch in Slowenien
Das Ziel des EU-Beitritts hat das postsozialistische Slowenien 2004 erfolgreich erreicht. Seither hat sich die wirtschaftliche und politische Lage des Landes jedoch merklich verschlechtert. So wurde Slowenien besonders hart von der internationalen Finanzkrise 2008 getroffen. Zudem hat sich die politische Landschaft in den letzten Jahren polarisiert, und es treten immer wieder neue, kurzlebige Parteien auf. 

Goran Lukić: Arbeitsmigration nach Slowenien: Wie weiter?
Aus den anderen ex-jugoslawischen Republiken ziehen zahlreiche Arbeitsmigranten nach Slowenien. Allerdings sind die Arbeitsbedingungen oftmals schwierig und viele landen in einem Teufelskreis. Die Ausbeutung der Arbeitskräfte funktioniert durch ein verschachteltes System von Subunternehmen, die Aufträge von Großunternehmen erhalten und ihrerseits weitergeben.

Peter Mikša, Matija Zorn: Slowenische Gebirgswelt als Nationalsymbol
Die Gebirgswelt der slowenischen Alpen spielt eine prägende Rolle bei der Formierung und Festigung der nationalen Identität der Slowenen. So ziert der Triglav als höchster Berg Sloweniens heute symbolisch das Staatswappen des Landes. Im 19. Jahrhundert entbrannte zwischen dem Slowenischen und dem Deutsch-Österreichischen Alpenverein ein nationaler Kampf um die Erschließung der Berge, den die slowenische Seite schließlich für sich entscheiden konnte.

Ana Bojinović Fenko, Faris Kočan: Slowenien und Kroatien: Grenzstreit unter Freunden?
Trotz enger zwischenmenschlicher, wirtschaftlicher und kultureller Beziehungen gestaltet sich das politische Verhältnis zwischen Slowenien und Kroatien immer wieder schwierig. Ursache ist vor allem der Grenzstreit in der Bucht von Piran. Vor diesem Hintergrund können beide Länder auch keine gemeinsame Vorreiterrolle für die anderen jugoslawischen Nachfolgestaaten spielen. 

KROATIEN

Drago Župarić-Iljić: Auswanderung aus Kroatien und ihre Herausforderungen
Im traditionellen Auswanderungsland Kroatien hat sich die Emigration in den letzten Jahrzehnten noch verstärkt. Insbesondere seit dem EU-Beitritt haben zahlreiche, vor allem junge Menschen das Land in Richtung EU verlassen. Dieser negative demografische Trend macht sich bereits im Gesundheits- und Bildungswesen, aber auch in anderen Branchen bemerkbar. 

Matea Senkić, Daniela Angelina Jelinčić: Tourismus in Kroatien: Herausforderungen und Perspektiven
Der Tourismus ist ein zentraler Wirtschaftsfaktor in Kroatien. Zugleich werden die negativen Auswirkungen des einseitigen Massentourismus an den Küsten auf die lokale Bevölkerung und die Umwelt immer deutlicher. Um dem entgegenzuwirken und globalen Trends der Branche gerecht zu werden, ist die Förderung von Kreativtourismus angesagt. Dazu gibt es innovative Pionierprojekte, die erste Erfolge verzeichnen können. 

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