Vielfalt unterwegs zur Einheit – Orthodoxie und Ökumene

Georgios Vlantis

Die orthodoxen Migrationsgemeinden stehen in der Ökumene vor ganz anderen Herausforderungen als die Kirchen in ihren jeweiligen Herkunftsländern. Ihre Erfahrungen im ökumenischen Gespräch könnten jedoch den Mutterkirchen Vorbild sein. In Deutschland sind die Orthodoxen in vielfältigen ökumenischen Kontexten präsent. Bleibende Aufgaben sind die Auseinandersetzung mit der Moderne sowie die Bewahrung der keineswegs selbstverständlichen orthodoxen Einheit. – S. K.

Die Orthodoxe Kirche versteht sich als die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche. Eine exklusivistische Interpretation dieses ekklesiologischen Selbstverständnisses (Extra ecclesiam nostram nulla salus) führt fundamentalistische Kreise zu einer kompromisslosen Ablehnung jeder Beteiligung an der ökumenischen Bewegung. Die folgenden Überlegungen über das ökumenische Engagement der Orthodoxen in Deutschland und die entsprechenden Beispiele möchten verdeutlichen, dass ein ekklesiologischer Exklusivismus und ein Orthodoxie-Häresie-Schema nicht die einzigen Interpretationsmöglichkeiten des Selbstverständnisses der Orthodoxen Kirche sind.

Migration und ökumenischer Auftrag
Die „deutsche Erfahrung“ der – und mit den – Orthodoxen zeigt, dass es viel mehr Vielfalt innerhalb der Orthodoxie gibt, als auf den ersten Blick ersichtlich. Die Geschichte der Orthodoxen Kirche in Deutschland ist eine Migrations- bzw. Migrationengeschichte, denn hier geht es nicht um ein „traditionell orthodoxes Land“, also um ein Land mit einer historisch verwurzelten orthodoxen Mehrheit. Griechen, Russen, Serben, Rumänen, Bulgaren, Georgier, aber auch seit jüngstem Araber des Rum-Orthodoxen Patriarchats von Antiochien haben in Deutschland Gemeinden bzw. Diözesen gegründet. Deren Geschichte zu erzählen würde den Rahmen des vorliegenden Beitrages sprengen. Es ist jedoch hervorzuheben, dass die „Diaspora“-Situation unverkennbar das ökumenische Engagement der orthodoxen Kirchen in Deutschland prägt:

1) In den meisten Heimatländern der Orthodoxie fehlt mehr oder weniger der heterodoxe Gesprächspartner: er hat keine beachtliche Größe und/oder gegen ihn wird polemisiert, da er mit seiner schlichten Existenz die herrschende Version der nationalen Geschichte in Frage stellt, wonach häufig die Orthodoxe Kirche als die einzige Repräsentantin und Hüterin der nationalen Tradition stilisiert wird. Während in den jeweiligen Heimatländern kaum Bedarf nach ökumenischer Zusammenarbeit verspürt wird und konservative, anti-ökumenische Kreise die Oberhand gewinnen, ist dies für die Orthodoxie in Deutschland anders: Diese ist unvermeidlich mit der Herausforderung des ökumenischen Engagements konfrontiert, die ihrerseits Identitätsfragen tangiert, die sich jede – nicht nur eine religiöse – Migrantengemeinde stellt. Die Antworten variieren, von der Abgrenzung aus Sorge um die Bewahrung der als bedroht wahrgenommenen eigenen Identität bis zur eifrigen Zusammenarbeit mit den anderen christlichen Konfessionen beim Engagement für eine gemeinsame christliche Zukunft. Die Palette möglicher Antworten ist auch innerhalb der einzelnen orthodoxen Kirchen groß, da sie sowohl ökumenisch offene als auch sehr zurückhaltende Gemeinden und Personen umfassen; gesamtbetrachtet sind jedoch einige orthodoxe Kirchen ökumenisch offener als andere.

2) Die Orthodoxie in Deutschland ist durch eine Vielfalt von Kirchen, Sprachen, Kulturen und Mentalitäten gekennzeichnet. Obwohl konfessionsgleich gingen diese Kirchen im deutschen Kontext nicht identische geschichtliche Wege. Die Gründe der Migration der orthodoxen Griechen nach Deutschland unterscheiden sich von denjenigen der Russen. Die Präsenz der Serben im deutschen Raum hat eine andere Dauer als diejenige der Rum-Orthodoxen. Die entsprechenden Unterschiede beeinflussen das Profil, die Sorgen, die Wunden und die Prioritäten dieser Kirchen und spielen auch bei ihrem Verhältnis zur Ökumene eine Rolle. So lässt sich am Stil der von den Kirchen verabschiedeten Texte deren ge- oder misslungenes ökumenisches Engagement sowie ihre Ex- oder Introvertiertheit ablesen: In manchen spiegelt sich das Anliegen, in einer verständlichen Sprache zum ökumenischen Gesprächspartner zu sprechen, während andere inhaltlich immer noch sehr stark im kulturellen Paradigma der Herkunftsländer verankert sind.

3) Die schrittweise, aber kaum selbstverständliche Entwicklung von panorthodoxen Strukturen, wie z. B. die Kommission der Orthodoxen Kirche in Deutschland (KOKiD) und seit 2010 die Orthodoxe Bischofskonferenz in Deutschland (OBKD), bezeugt den Versuch der Orthodoxen, ihre bereichernde Vielfalt in ihrer grundsätzlichen Einheit zu erleben, eventuellen zentrifugalen Kräften (z. B. nationalistischen Versuchungen) entgegenzuwirken und eine gemeinsame Stimme, auch im Bereich der Ökumene, zu finden. Diese Strukturen mögen zwar auch voreilig progressive Ideen bremsen, damit der notwendige kleinste gemeinsame Nenner erreicht wird, aber gleichzeitig dienen sie als Korrektiv konservativer Ansichten, die somit daran gehindert werden, extreme antiökumenische Positionen als gesamtorthodoxes Erbe darzustellen. Durch die Beteiligung an Strukturen, die wie z. B. die OBDK ökumenische Aktivitäten entfalten, wird der Antiökumenismus konservativer Kreise vielmehr relativiert.

Die orthodoxe Präsenz in der deutschen Ökumene
Die langjährige Präsenz der Orthodoxen in der Ökumene in Deutschland hat konkrete Früchte getragen. Hier seien nur einige Beispiele stichwortartig erwähnt:1

1) Bilaterale Beziehungen zur EKD: Im Jahr 1969 begannen Begegnungen von Theologen des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD); der Kontaktpartner orthodoxerseits in Deutschland ist die Griechisch-Orthodoxe Metropolie. Alle bisherigen 16 Begegnungen waren dem theologischen Dialog gewidmet. Die erschienenen Bände bezeugen nicht nur unerwartete Affinitäten der beiden Konfessionen, sondern auch ein Klima konstruktiver, ehrlicher und freundlicher Zusammenarbeit.

Auf panorthodoxer Ebene wurde eine Gemeinsame Kommission der EKD und der KOKiD gebildet. Nach Auflösung der KOKiD wurde die Arbeit von der OBKD fortgesetzt. Diese Kommission hat eine eher pastorale Ausrichtung. Zu ihren Früchten zählt die gemeinsame Handreichung „Ehen zwischen evangelischen und orthodoxen Christen und Christinnen. Hinweise zum gemeinsamen seelsorgerlichen Handeln unserer Kirchen in Deutschland“ (2003, 2. Auflage 2011).

2) Bilaterale Beziehungen zur römisch-katholischen Deutschen Bischofskonferenz (DBK): 1981 wurde eine Gemeinsame Kommission der Griechisch-Orthodoxen Metropolie von Deutschland mit der DBK gegründet, die eine Reihe von theologischen Handreichungen in pastoraler Perspektive verfasst hat. Schwerpunkt ihrer Arbeit waren die Sakramente der Kirche und die Gemeinschaft der Heiligen.2

2007 wurde die Zusammenarbeit auf panorthodoxe Ebene ausgeweitet. Ursprünglich war die KOKiD orthodoxer Gesprächspartner; 2010 hat die OBKD deren Stelle übernommen. Die Kommission setzte einen liturgischen Schwerpunkt, indem sie sich vorrangig mit dem Kirchenjahr und seinen Festen beschäftigt. Bis jetzt sind drei diesbezügliche Texte erschienen.3

3) Zusammenarbeit in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK): Die Orthodoxie beteiligt sich seit Jahrzehnten an Gremien der multilateralen Ökumene, die einen Gesprächsrahmen zur Zusammenarbeit mit kirchlichen Traditionen bieten, mit denen es bislang noch keine offiziellen bilateralen Kontakte gibt. 1974 wurde die Griechisch-Orthodoxe Metropolie Mitglied der ACK Deutschland. Seit dem Jahr 2000 wird die orthodoxe Stimme an ihrer Stelle durch die KOKiD und ab 2010 durch die OBDK vertreten. Verschiedene orthodoxe Kirchen sind auch bei 13 regionalen ACKs vertreten sowie bei mehreren ACKs auf lokaler Ebene. Das Maß der Beteiligung variiert je nach persönlichen und finanziellen Kompetenzen und den örtlichen Begebenheiten. Dem Vorstand der ACK Deutschland gehört ein orthodoxes Mitglied an. In der Geschäftsstelle der ACK, in der Ökumenischen Centrale in Frankfurt, gibt es eine orthodoxe Referentin, die sowohl den Bereich der östlichen als auch der orientalischen Orthodoxie abdeckt. Die ACK verfügt auch über eine ständige theologische Einrichtung, den „Deutschen Ökumenischen Studienausschuss“. Im Laufe seiner 67-jährigen Existenz hat dieser mehrere theologische Studien und Reflexionen verfasst, woran auch kompetente theologische Mitarbeiter aus dem Bereich der Orthodoxie mitgewirkt haben. Von besonderer Bedeutung für die Orthodoxen war die im Jahr 1997 veröffentlichte Studie „Wir glauben – wir bekennen – wir erwarten. Eine Einführung in das Gespräch über das ökumenische Glaubensbekenntnis von 381“.

Die KOKiD hat 2007 in Magdeburg zusammen mit zehn anderen ACK-Mitgliedskirchen die „Wechselseitige Anerkennung der Taufe“ unterschrieben. Ihre Unterschrift begleiteten die „Bemerkungen des theologischen Arbeitskreises der Kommission der Orthodoxen Kirche in Deutschland zur praktischen Umsetzung der Erklärung über die Taufe“. Dieser große ökumenische Schritt ist allerdings noch nicht gänzlich rezipiert worden.

Bei der Präsenz der Orthodoxie im ACK-Kontext sei zudem noch auf den „Ökumenischen Tag der Schöpfung“ hingewiesen, der auf eine Initiative des Ökumenischen Patriarchen Dimitrios I. zurückgeht. Seit 2010 begeht die ACK Deutschland diesen Tag jährlich mit einer zentralen Feier und ermutigt auch in anderen ökumenischen Kontexten zur Realisierung dieses Festes. Orthodoxe Christen wirken dabei energisch mit, denn die Ökologie gehört seit Jahrzehnten zu den Prioritäten des orthodoxen theologischen Diskurses und der pastoralen Initiativen der Kirchenleitungen der Orthodoxie, vor allem des Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. (s. RGOW 11/2015, S. 6–7).

4) Theologische Kommission der OBKD: Diese Kommission hat bisher vier Texte verfasst, die beiden ersten mit direkt ökumenischer Thematik, aber auch die beiden anderen sind von ökumenischer Relevanz.4

5) Ausbildungseinrichtung für Orthodoxe Theologie – Zentrum für Ökumenische Forschung: Im Zusammenhang mit der Teilnahme von orthodoxen Theologen am ökumenischen Dialog auf akademischer Ebene gilt es vor allem die aktive Mitarbeit der Ausbildungseinrichtung für Orthodoxe Theologie bei der Gestaltung und Durchführung der vielfältigen Angebote des Zentrums für Ökumenische Forschung an der Ludwig-Maximilians-Universität München zu erwähnen, an dem auch die beiden anderen theologischen Fakultäten (katholisch und evangelisch) beteiligt sind.

Perspektiven für die Zukunft
1) Die ekklesiologische Herausforderung: Obwohl die Orthodoxie bereits seit Jahrzehnten eine breite ökumenische Tätigkeit weltweit entfaltet, vermisst man ihrerseits noch immer eine klare Antwort zum ekklesialen Status der anderen Kirchen. Der Ökumene-Text des Heiligen und Großen Konzils (Kreta 2016) hat dabei wenig geholfen (s. RGOW 11/2016, S. 8–10). Denn solange die Orthodoxe Kirche nicht explizit dem exklusivistischen Verständnis des Schemas Orthodoxie-Häresie widerspricht, kann die Andersheit der anderen Kirchen nur als Entfremdung und Inauthentizität wahrgenommen werden. Wenn die Orthodoxie nicht weiter in Richtung einer dynamischen Ekklesiologie arbeitet, welche die in via-Situation von Kirchen positiv wahrnimmt, die sich als Kirchen gemeinsam auf dem Weg zur Wiederherstellung der vollen sichtbaren Einheit des Leibes Christi befinden, dann werden die anti-ökumenischen Strömungen weiterhin lautstark bleiben. Die Unfähigkeit, das positive ekklesiologische Potenzial und die verschiedenen Gaben des nicht-orthodoxen Gesprächspartners wahrzunehmen und theologisch zu reflektieren, kann langfristig zur Lähmung der ökumenischen Tätigkeiten der Orthodoxie führen. Jedenfalls hilft sie nicht, die gewisse Verlegenheit in der orthodoxen „Diaspora“, Deutschland inbegriffen, zu überwinden.

2) Die kaum selbstverständliche orthodoxe Einheit und das Konzil: Die Spannungen im Vorfeld des Heiligen und Großen Konzils haben gezeigt, dass die orthodoxe Einheit alles andere als selbstverständlich ist. Nationalistische Prioritäten und Sorgen sind weiterhin bei vielen orthodoxen Kirchen stark vorhanden und können auch mehr oder weniger die orthodoxe Präsenz in Deutschland beeinflussen. Kirchen, die nationalistisch gesinnt sind, die ihre Stimme kritiklos mit derjenigen ihrer Nation identifizieren, verhalten sich auch in ökumenischen Kontexten kontraproduktiv. Die Nichtteilnahme einiger orthodoxen Kirchen am Heiligen und Großen Konzil und die Rechtfertigung ihrer Entscheidung mit starken antiökumenischen Aussagen (z. B. seitens der Kirchen von Bulgarien und Georgien, s. RGOW 11/2016, S. 14–16, 20–21) stellt ihre hiesigen, sich ökumenisch öffnenden Gemeinden vor großen Schwierigkeiten.

3) Die Versuchung der Exotik: Das ökumenische Engagement der Orthodoxie ist ständig mit einer großen Versuchung konfrontiert, der Versuchung der Exotik, und diese ist zweiseitig: Einerseits gibt es Gesprächspartner, die die Orthodoxie als etwas Exotisches darstellen. Manchmal ist dies positiv gemeint. Man will die Neugier für das Unbekannte erwecken. Praktisch führt aber die Verabsolutierung eines solchen Zugangs zu einer Schwächung der Stimme der Orthodoxie. Sie wird nicht als integriert wahrgenommen, sondern als etwas Fernes, das interessant sein mag, aber uns letztendlich nicht betrifft. Andererseits gibt es aber auch Vertreter der orthodoxen Kirchen, die gerne als etwas Exotisches wahrgenommen werden möchten: es ist immer einfach für einen orthodoxen Theologen, permanent über Kerzen, Ikonen und den Berg Athos zu referieren! Die Exotik dient dabei oft als Alibi der Faulheit und der Feigheit und ist kein guter ökumenischer Beitrag. Die Orthodoxen könnten intensiver herausgefordert werden, sich an Diskussionen über aktuelle Themen zu beteiligen und sich dazu zu positionieren.

4) Die Begegnung mit der Moderne: Zur Überwindung der vorher erwähnten Versuchung würde eine intensivere Auseinandersetzung der Orthodoxie mit der Moderne beitragen. Aus bekannten geschichtlichen Gründen steht diese Begegnung für die Orthodoxie – zumindest teilweise – noch aus. Der kulturelle Kontext Deutschlands bietet auf jeden Fall ideale Bedingungen dafür. Mit Sorge darf man den Versuch ultrakonservativer orthodoxer und römisch-katholischer Kreise weltweit beobachten, die auf die Entstehung einer orthodox-katholischen Allianz hinarbeiten, die sich als gemeinsame Bastion einer anti-modernen Polemik versteht. Abgesehen von der inakzeptablen Ausklammerung der protestantischen Gesprächspartner würde diese Haltung zu einem realitätsfernen Traditionalismus führen, der die Auseinandersetzung mit der Moderne durch deren Dämonisierung vermeidet, und unfähig wäre, aus den Schätzen der Tradition zu schöpfen und den heutigen Menschen wirklich anzusprechen.

5) Ökumene als Liturgie: Bekanntlich bedeutet Liturgie „Werk des Volkes“. Es reicht jedoch nicht, wenn die Ökumene lediglich von der Kirchenhierarchie als Auftrag diktiert wird. Sie muss als Anliegen des Volkes Gottes begriffen werden. In den orthodoxen Gemeinden in Deutschland kann man noch viel in diese Richtung arbeiten: Die gegenseitigen Besuche von konfessionsverschiedenen Gemeinden, ihre Zusammenarbeit in karitativen Tätigkeiten, konfessionskundliche Veranstaltungen und Gesprächsabende wären einige der vielen Schritte, die man tun könnte, um das ökumenische Bewusstsein der Gläubigen zu stärken. Genauso wichtig ist aber die theologische Arbeit zur Rezeption der Früchte der Dialoge auf der Gemeindeebene.

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Viele Schwierigkeiten beim ökumenischen Engagement der Orthodoxen in Deutschland haben nicht mit konfessionellen Vorbehalten zu tun, sondern mit den Besonderheiten ihres Migrantenstatus. Dabei darf man auch ganz praktische Faktoren nicht unterschätzen: den Mangel an kompetentem Personal, die großen finanziellen Schwierigkeiten vieler orthodoxer Kirchen (ohne Einkünfte aus Kirchensteuern), die dürftigen beruflichen Perspektiven für orthodoxe Theologen in Deutschland (in diesem Fall wäre mehr Unterstützung seitens der zahlenmäßig großen Kirchen wünschenswert), die Sprachbarrieren, die großen pastoralen Herausforderungen, mit denen diese Kirchen konfrontiert sind, usw.

Es ist allerdings nicht zu verkennen, dass allen Hindernissen zum Trotz die Orthodoxen ein unverzichtbarer Bestandteil der deutschen Ökumene geworden sind, eine ständige Erinnerung, dass innerchristlicher Dialog nicht mit dem bilateralen Miteinander von römisch-katholischen und protestantischen Christen zu identifizieren ist. Man könnte sogar behaupten, dass oft die orthodoxen „Diaspora-Kirchen“ hier eine Pionier-Funktion wahrnehmen, indem sie Wege ebnen, die – früher oder später – auch ihre Glaubensgeschwister in den Heimatsländern gehen werden.

Anmerkungen
1)   Vgl. detailliert dazu Kiroudi, Marina: Die Orthodoxe Kirche und die ökumenischen Beziehungen in Deutschland – ausgewählte Beispiele. In: Bremer, Thomas; Kattan, Assaad Elias; Thöle, Reinhard (Hg.): Orthodoxie in Deutschland. Münster 2016, S. 115–131.

2)  Die sechs gemeinsam verabschiedeten Texte wurden 2006 veröffentlicht in der Broschüre „Die Sakramente (Mysterien) der Kirche und die Gemeinschaft der Heiligen. Dokumente der Gemeinsamen Kommission der Griechisch-Orthodoxen Metropolie von Deutschland und der Deutschen Bischofskonferenz“.

3)  „Sonntag – ‚Urfeiertag‘ der Christen“ (2010); „Ostern – Das Hauptfest der Kirche in Ost und West“ (2012) und „Weihnachten – die Feier der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus“ (2014).

4)  1. „Beten in ökumenischer Perspektive. Überlegungen aus orthodoxer Sicht“; 2. „Die Orthodoxe Kirche in Deutschland und ihr Dienst an der Einheit der Christen“; 3. „Begräbnis oder Feuerbestattung? Überlegungen aus orthodoxer Sicht“; 4. „Organspende und -transplantation. Stellungnahme der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland“.

Georgios Vlantis, Dipl.-Theol., Geschäftsführer der ACK in Bayern; Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Theologischen Akademie von Volos, Griechenland.

pdfRGOW 6/2017, S. 23-25

Aus: RGOW 6/2017: Orthodoxie im deutschsprachigen Raum