G2W 6/2011: Kaukasus

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Denis Dafflon: Unterstützung der Forschung im Südkaukasus - ein Beitrag zur Demokratisierung
Die vorliegende Zeitschrift wird im Rahmen des Forschungsprogramms Academic Swiss Caucasus Net (ASCN) von der GEBERT RÜF STIFTUNG finanziell unterstützt. Das Programm fördert die wissenschaftliche Karriere junger Akademiker und Akademikerinnen im Südkaukasus.

Uwe Halbach: Der Kampf um Berg-Karabach
Der Konflikt um Berg-Karabach gehört zu den ältesten und blutigsten Sezessionskonflikten im post-sowjetischen Raum. Zwar herrscht seit 1994 ein Waffenstillstand, aber bis heute kein gesicherter Frieden. Beide Konfliktparteien pflegen ein opferzentriertes Geschichtsbild, das eine Annäherung schwierig werden lässt. Vor diesem Hintergrund wächst die Gefahr einer erneuten militärischen Auseinandersetzung.

Giga Zedania: Nationalismus und Religion in Georgien

Die Georgische Orthodoxe Kirche genießt einen starken Rückhalt in der georgischen Gesellschaft und macht in den letzten Jahren vermehrt politischen Einfluss geltend. Gleichzeitig entfaltet sich das in Georgien relativ neue Phänomen eines religiösen Nationalismus, der zum staatsbürgerlichen Nationalismus der derzeitigen georgischen Regierung in Konkurrenz tritt. Während letztere die georgische Identität zu Gunsten der Einheit der vielfältigen Bevölkerung wie bisher historisch und kulturell definierten will, fördert die Kirche die Verschmelzung nationaler mit christlich-orthodoxen Werten.

Anna Schor-Tschudnowskaja: Tschetschenien 2011 - Willkür der Gewalt statt Menschenrechte
In der russischen Teilrepublik Tschetschenien im N ordkaukasus häufen sich trotz der offiziellen Beendigung des Krieges die Menschenrechtsverletzungen. Opfer von Anschlägen werden auch Menschenrechtsaktivisten – und dies vermehrt seit dem Amtsantritt von Präsident Ramzan Kadyrow, der mit Gewalt und Personenkult das Land regiert. Zur Verschlechterung der Menschenrechtslage trägt auch eine Klerikalisierung der tschetschenischen Gesellschaft bei.

Daniel Henseler: Der Kaukasus in der russischen Literatur
Die Darstellung des Kaukasus in der russischen Literatur vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart schwankt zwischen Faszination und Schrecken. Gleichzeitig als Hort der Freiheit besungen und als grausamer Kriegsschauplatz beklagt, ist das ambivalente Kaukasus-Bild, das stark von der Literatur geprägt wird, in der russischen Gesellschaft facettenreich geblieben.

Elguja Dadunashvili: Volksreligiöse Praktiken bei den Swanen
In Swanetien, einer abgelegenen Bergregion in Georgien, sind besondere christliche Volkstraditionen anzutreffen. Deren stark lokal verankerte Prägung stellt vor allem für diejenigen Swanen, die ihre Heimat aus ökonomischen und ökologischen Gründen verlassen, ein Problem dar. Der Autor untersucht die Auswirkungen der großen Abwanderungsbewegung auf die volksreligiöse Praxis der Swanen, für die eine enge Verbindung zum Jenseits charakteristisch ist.

Wolfgang Schwaigert: Die Eritreische Orthodoxe Kirche
Die Eritreische Orthodoxe Täwahedo-Kirche ist die jüngste orientalisch-orthodoxe Kirche. 1998 wurde Metropolit Abunä Fileppos als erster Patriarch vom Oberhaupt der Koptischen Orthodoxen Kirche, Papst und Patriarch Schenuda III ., inthronisiert.

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