RGOW 6/2012: Kirchen im Kalten Krieg

pdfInhaltsverzeichnis und Editorial

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Im Fokus: Kirchen engagieren sich für Julija Tymoschenko
von Olga Stieger

Katharina Kunter: Der Ökumenische Rat der Kirchen und der Kalte Krieg
Das Agieren des Ökumenischen Rates der Kirchen während des Kalten Kriegs wird bis heute widersprüchlich beurteilt: Auf der einen Seite stehen diejenigen, die ihm ein zu laxes Auftreten gegenüber den sozialistischen Regimen in Osteuropa vorwerfen, auf der anderen Seite diejenigen, die auf dessen weltweites Eintreten für Menschenrechte hinweisen. Die Autorin führt in die Forschungskontroverse ein und weist darauf hin, dass die Ökumene und der Kalte Krieg stärker im globalen Kontext erforscht werden müssen.

Alexander Agadjanian: Religiöse Praxis in der Sowjetunion
In Moskau hat vor kurzem erstmals eine internationale Konferenz stattgefunden, die sich mit den Auswirkungen des staatlich verordneten Atheismus auf die religiösen Praktiken in der sowjetischen Gesellschaft beschäftigte. Das Thema entfaltet ein enormes Spektrum an Fragen und Problemen, von der Auswahl der Quellen und Methoden bis zur Interpretation und Darstellung der Ergebnisse. Sicher ist, dass das «atheistische Experiment» misslungen und im Gegenteil eine Vielfalt von neuen religiösen Formen hervorgebracht hat.

Ulrike Huhn: Beten für Stalin? Die Russische Orthodoxe Kirche im Jahr 1953
Die Verehrung Stalins unter gewissen orthodoxen Gläubigen liegt – damals wie heute – in der von ihm initiierten teilweisen Wiederherstellung der Kirchenstrukturen in den Kriegsjahren begründet. Die Hoffnungen der Kirche auf noch mehr religiöse Frei- heiten nach seinem Tod wurden allerdings enttäuscht, als Chruschtschow die Entstalini- sierung mit einer erneuten Verstärkung der antireligiösen Propaganda verband.

Roland Cerny-Werner: Neue Vatikanische Ostpolitik - Versuch einer Einordnung
Im Umgang mit den kommunistisch regierten Staaten stand der Vatikan vor dem Dilemma, sich auf der einen Seite von ihnen als ideologischem Gegner abzugrenzen, aber auf der anderen Seite einen Dialog mit ihnen zum Wohle der eigenen Gläubigen zu pflegen. Der Autor geht auf die wesentlich von Papst Paul VI. forcierte Neue Vatikanische Ostpolitik ein und beschreibt deren Zielsetzungen und Strategien.

Katharina Kunter: Kirche im Kalten Krieg - eine Männergeschichte?
Die Geschichte des Kalten Krieges wird bis heute vornehmlich als Männergeschichte geschrieben – dies gilt nicht zuletzt für die Geschichte der Kirchen im Ost-West-Konflikt. Anhand von kirchlich engagierten Frauen in Ost und West macht die Autorin auf die Einseitigkeiten dieser männerzentrierten Geschichtsschreibung aufmerksam und formuliert Fragen für zukünftige Forschungen.

Hajrija Džozic: "Der Fisch stinkt immer von oben!"
Vor 17 Jahren ereignete sich in Srebrenica das größte Massaker auf europäischem Boden seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs: Am 11. Juli 1995 nahmen Einheiten der bosnischen Serbenrepublik unter dem Kommando von Ratko Mladić die sog. UN-Schutz- zone ein und ermordeten in den nächsten Tagen fast 8000 bosnische Muslime. In ihrem Buch «Srebrenica. Und was ist morgen?» lassen Conny Kipfer und Renate Metzger- Breitenfellner Menschen aus Srebrenica und deren Erinnerungen und Hoffnungen zu Wort kommen. An dieser Stelle drucken wir ein gekürztes Kapitel aus dem Buch ab.

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