RGOW 11/2012: Rumänien - Bulgarien

pdfInhaltsverzeichnis und Editorial

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Im Fokus: Neues «Center for Governanc e and Culture in Europe» (GCE-HSG) an der Un iversität St. Gallen
von Ulrich Schmid

Anitta M. Hipper: Sommertheater in Rumänien: Die Kunst der politischen Inszenierung
In den letzten Monaten ist es zu scharfen innenpolitischen Auseinandersetzungen in Rumänien gekommen. Die regierende sozial-liberale Union unter Ministerpräsident Victor Ponta versuchte Präsident Traian Băsescu in einem letztlich gescheiterten Amtsenthebungsfahren zu stürzen. Die Autorin zeichnet den Verlauf des teilweise ans Groteske grenzenden «Sommertheaters» nach und geht auf die politischen und wirtschaftlichen Konsequenzen der innenpolitischen Krise ein.

Radu Preda: Die orthodoxe Kirche in Rumänien zwischen gestern und heute
Zwischen der gesellschaftlichen und kirchlichen Entwicklung in Rumänien lassen sich Parallelen ziehen: In beiden Bereichen sind mündige Bürger bzw. Laien nicht gefragt. Das neue Kirchenstatut von 2007 hat zu einer Degradierung der kirchlichen Laien auf eine konsultative Rolle geführt und eine Tendenz zu Klerikalisierung und Regulierungswut der Kirche bestätigt. Besonders auffallend ist auch das Schweigen der Kirche zur aktuellen politischen Krise in Rumänien.

Stefan Tobler: Verhältnis zwischen Orthodoxie und Protestantismus in Rumänien
Das Zusammenleben zwischen Orthodoxen und Protestanten in Rumänien stellt sich heute je nach Region, kirchlicher Ebene und protestantischer Konfession unterschiedlich dar. Während zwischen der Rumänischen Orthodoxen Kirche und den deutschsprachigen Lutheranern vergleichsweise gute Beziehungen bestehen, stellt sich das Verhältnis zu den ungarischen Reformierten und zu jüngeren protestantischen Gruppen eher als belastet dar.

Sonja Schüler: Über Naturschutz und «kritische Öffentlichkeit» in Bulgarien
Gegen eine Lockerung des Naturschutzes im bulgarischen Forstgesetz kam es im Juni in der Hauptstadt Sofia zu Protesten. Befürchtete Umweltzerstörungen waren aber nicht der einzige Auslöser für die Proteste, vielmehr artikulierte sich durch sie auch eine allgemeine Unzufriedenheit mit der gesellschaftlichen und politischen Situation. Die Autorin lotet das Potential einer kritischen Öffentlichkeit in Bulgarien aus.

Daniela Kalkandjieva: Die Bulgarische Orthodoxe Kirche im Kalten Krieg
Die jüngst veröffentlichten Berichte der «Kommission für die Öffnung der Akten der Staatssicherheit» über die Agententätigkeit kirchlicher Würdenträger haben in der bulgarischen Öffentlichkeit eine intensive Debatte über die Rolle der Bulgarischen Orthodoxen Kirche während des Kalten Kriegs angestoßen. Die weitgehende Öffnung der Archive erlaubt bessere Einblicke in die Geschichte der Kirche vor der Wende.

Marina Liakova: Türkische Minderheit in Bulgarien
Die größte ethnische Minderheit in Bulgarien stellen die Türken dar. Zwar ist die Minderheit in Politik und Verwaltung gut vertreten, doch nimmt sie am sozialen und wirtschaftlichen Leben in Bulgarien nur am Rande teil. In der öffentlichen Wahrnehmung der ethnischen Bulgaren dominieren vor allem negative Einstellungen gegenüber allem «Türkischen» und dem Islam, was mit der Erinnerung an die osmanische Zeit zusammenhängt.

Evangelos Karagiannis: Die Pomaken in Bulgarien und Griechenland
Die Pomaken sind Muslime in Südbulgarien und Nordgriechenland. Beide Länder haben nach dem Zweiten Weltkrieg unterschiedliche Strategien im Umgang mit den Pomaken entwickelt. Während Bulgarien mit einer aggressiven Assimilationspolitik auf eine Bulgarisierung der muslimischen Minderheit setzte, begünstigte die griechische Politik eine Assimilation der Pomaken an die türkische Minderheit in Nordgriechenland

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