RGOW 4/2013: Minderheiten

pdfInhaltsverzeichnis und Editorial

Exemplar bestellen

Im Fokus: Kirchliche Stimmen zum Umgang mit dem Stalinismus
von Olga Stieger

BULGARISCHE KIRCHE

Christian Geiselmann: Patriarch Neofit - Ein Kirchenmusiker, der Hoffnung macht
Der bisherige Metropolit von Ruse, Neofit, ist das neue Oberhaupt der Bulgarischen Orthodoxen Kirche. Bei der Wahl durch das Landeskonzil setzte er sich mit deutlicher Mehrheit gegen zwei Gegenkandidaten durch. Mit dem neuen Patriarchen verbinden sich große Hoffnungen, er steht aber auch vor gewaltigen Herausforderungen. So gilt es die Kirche aus ihrer gesellschaftlichen Selbstisolierung herauszuführen.

MINDERHEITEN

Jordanka Telbizova-Sack: Die Aleviten Bulgariens: Eine Glaubensgemeinschaft im Wandel
Im Gegensatz zu den in der Türkei lebenden Aleviten, die in den letzten Jahrzehnten ein beträchtliches Interesse auf sich gezogen haben, ist über die bulgarischen Vertreter dieser Gemeinschaft nur wenig bekannt. Seit den 1990er Jahren sind die bulgarischen Aleviten, die 5% der muslimischen Bevölkerung im Land ausmachen, von einem dynamischen Prozess der Transformation umfasst.

Joachim Krauß: Roma und „Zigeuner“ in Buch und Medien
Das Schlagwort Armutsmigration aus Südosteuropa ist in jüngster Zeit in aller Munde und bestimmt gegenwärtig vor allem die mediale Auseinandersetzung mit den Roma. Das öffentliche Interesse an dieser transnationalen Minderheit ist dabei keineswegs neu, vielmehr gab es in der Geschichte immer wieder Konjunkturen der Berichterstattung und der literarischen Beschäftigung. Das Schreiben über Roma in Vergangenheit und Gegenwart ist jedoch zumeist von mangelnder Differenzierung, Stereotypisierung und diffusen Bedrohungsszenarien geprägt. Bewusst werden so Roma als andersartig im Gegensatz zur Mehrheitsbevölkerung dargestellt.

Rahel Černá-Willi: Minderheitensprachen und Konfession
Die Überlebensfähigkeit von Minderheitensprachen hängt von zahlreichen Faktoren ab, u .a. von der Existenz eines kodifizierten Standards. Bei dessen Ausarbeitung hat religiöses Schrifttum meist eine wichtige Rolle gespielt. Für die Vitalität einer Minderheitensprache kann es von Vorteil sein, wenn sie von einer konfessionellen Minderheit gesprochen wird. Selbst heute noch hat die Religionsausübung Einfluss auf den Erhalt von Minderheitensprachen.

Andrei Avram: Nationale Minderheiten in der Republik Moldau
Die Republik Moldau weist eine multiethnische Bevölkerung auf. Im Gegensatz zu den rumänischsprachigen Moldauern ist für die nationalen Minderheiten (Ukrainern, Russen, Gagausen und Bulgaren) vor allem das Russische die lingua franca. Auch hinsichtlich der Geschichtsbilder und politischen Einstellungen lassen sich Unterschiede zwischen Mehrheitsbevölkerung und Minderheiten ausmachen.

SLOWAKEI

Karin Rogalska: Proteste nach der Abberufung des Erzbischofs von Trnava
Die Absetzung des vormaligen Erzbischofs von Trnava, Róbert Bezák, durch Papst Benedikt XVI. am 1. Juli 2012 hatte in der Slowakei massive Bürgerproteste zur Folge, die bis heute andauern. Angesichts weiterer öffentlich gewordener Verstrickungen in Politik, Wirtschaft und Kirche scheint der Fall Bezák weiterhin seine Sprengkraft in der slowakischen Gesellschaft zu entfalten, da vermehrt Forderungen nach mehr Transparenz aufkommen.

Drucken