RGOW 4/2014: Orientalische Christen

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Karl Pinggéra: Orientalisches Christentum – eine konfessionskundliche Hinführung
Das orientalische Christentum ist eine vielgestaltige Welt. In konfessioneller Hinsicht gilt es zwischen den Kirchen der miaphysitischen Kirchenfamilie, der Apostolischen Kirche des Ostens und mit Rom unierten Kirchen zu unterscheiden. Die jeweilige Kirchenmitgliedschaft bedeutet auch die Zugehörigkeit zu einer eigenen Rechtsgemeinschaft. Damit einher gehen zudem unterschiedliche ethnische Selbstdefinitionen, die immer wieder zu Spannungen und Konflikten unter den Gemeinschaften führen.

Michaele Köger: Quo vadis, Ägypten? Zur Situation der Christen im Land
In Ägypten sollen in diesem Jahr ein neuer Präsident und eines neues Parlament gewählt werden. Ob dass Land nach dem Sturz des vormaligen Präsidenten Mursi damit zur Ruhe kommt, ist ungewiss. Zu unterschiedlich scheinen die politischen Vorstellungen der verschiedenen politischen Gruppen zu sein. Die Christen haben die Regierungszeit Mursis als Schreckenszeit erlebt und daher seinen Sturz begrüßt. Sie hoffen, dass sich ihre Situation nun verbessern wird. Die neue Verfassung sendet indes widersprüchliche Signale aus.

Thomas Prieto Peral: Die Tragik der orientalischen Christen
In Syrien wächst die Gefahr einer Aufteilung des Landes nach Stammes- und Religionszugehörigkeit. Ein solches Szenario wäre für die Christen, die im ganzen Land verstreut leben, die schlimmste aller möglichen Entwicklungen. Angesichts dieses Bedrohungsszenarios vertreten auch Christen anstatt säkularer politischer Ideen zunehmend die Vision eines eigenen religiösen „homeland“. Ob Christen im Nahen Osten jedoch eine Zukunft haben, hängt nicht nur vom Ausgang des Syrienkrieges ab, sondern auch vom inneren Zusammenhalt der verschiedenen christlichen Gruppen.

Wolfgang Schwaigert: Zur aktuellen Situation in Syrien und zur Lage der Christen
Der Krieg in Syrien geht ins vierte Jahr. Was als Demonstration gegen die Willkür lokaler Behörden begann, hat sich längst zu einem Konflikt entwickelt, bei dem immer unübersichtlicher wird, wer gegen wen kämpft. Vor allem die christliche Minderheit gerät zwischen die Fronten. Aus zahlreichen Orten wurden die Christen vertrieben oder sind sie geflohen. Die Zukunft der christlichen Minderheit in Syrien ist mehr als ungewiss.

Fadi Daou: Die libanesischen Christen angesichts der Umwälzungen in der Region
Die Christen im Libanon stehen angesichts der Umwälzungen des „Arabische Frühlings“ vor einer ganzen Reihe an einer Herausforderungen. Mit Blick auf die gesamtregionale Situation im Vorderen Orient gilt es, in Zusammenarbeit mit gemäßigten Muslimen Perspektiven eines friedlichen und sozialeren Zusammenlebens zu entwickeln. Auf der nationalen Ebene muss der Konfessionalismus überwunden werden, der den Zusammenhalt des Libanons erschüttert. Schließlich sind die Kirchen herausgefordert, ihre Einheit zu stärken und ihre Bildungsarbeit zu verbessern.

Claudio Monge: Die christliche Minderheit in der Türkei
Einst Wiege der Christenheit lebt heute nur noch eine kleine christliche Minderheit in der Türkei. Dafür ist jedoch nicht nur die Ausbreitung des Islam, sondern eine ganze Reihe weiterer Faktoren wie etwa die Religionspolitik des Osmanischen Reichs verantwortlich. Konflikte und Animositäten unter den Christen stellen gegenwärtig eines der größten Hindernisse für einen gemeinsamen Einsatz für eine staatliche Anerkennung christlicher Gemeinschaften in der Türkei dar.

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