RGOW 10/2014: Polen

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pdfInhaltsverzeichnis und Editorial

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Wolfgang Schwaigert: Die Maronitisch-Katholische Kirche
Die Maronitisch-Katholische Kirche ist die älteste mit Rom unierte Ostkirche und zugleich die einzige orientalische Kirche, die sich in Gänze Rom angeschlossen hat. Aufgrund des libanesischen Konfessionalismus stellt die Kirche nicht nur eine geistliche Institution, sondern auch eine politische Macht im Libanon dar. Die von den Orden geführten Universitäten garantieren einen hohen Bildungsstand des maronitischen Klerus. Zu den größten Herausforderungen für die Kirche zählen die zahlreichen Kriegsflüchtlinge aus Syrien und die Bedrohung durch den sog. „Islamischen Staat“. 

Justyna Zając: Polen – Zehn Jahre Mitgliedschaft in der EU
Der EU-Beitritt ist für Polen zu einer Erfolgsgeschichte geworden. Die Wirtschaft ist in den letzten zehn Jahren gewachsen und das Wohlstandsniveau der Bevölkerung hat sich demjenigen westeuropäischer Länder angenähert. Die polnische Gesellschaft ist so pro-europäisch eingestellt wie in kaum einem anderen EU-Land. Trotz einiger Startschwierigkeiten nach dem EU-Beitritt 2004 ist Polen mittlerweile zu einem selbstbewussten EU-Mitglied geworden.

Andrzej Szeptycki: Polen und die Krise in der Ukraine
Gute Beziehungen zur Ukraine gehören für Polen zu den prioritären außenpolitischen Zielen. Die polnische Gesellschaft unterstützte den Euromajdan, während die Regierung erst seit dem Eingreifen Russlands von der pragmatischen Kooperation mit der Regierung Janukovytsch absah. Aufgrund der kompromisslosen Haltung gegenüber Russland spielt Polen bei den europäischen Konfliktlösungsbemühungen derzeit keine führende Rolle.

Cezary Kościelniak: Polen und die drei Päpste
Papst Johannes Paul II. wurde in Polen nicht nur als Kirchenoberhaupt, sondern auch als nationale Führungsfigur im Widerstand gegen den Kommunismus wahrgenommen. Unter Benedikt XVI. fand in der polnischen Kirche eine umfassende Vergangenheitsbewältigung statt, doch das Interesse an der päpstlichen Lehre nahm stark ab. Ohne „polnischen Papst“ muss die Kirche nun unter Papst Franziskus eine neue Identität entwickeln.

Dorian Winter: Das verblasste Erbe von Johannes Paul II. in Polen
Im April dieses Jahres wurde Papst Johannes Paul II. heiliggesprochen. In Polen wird er bis heute als Volksheld verehrt, der wesentlich zum Zusammenbruch des Kommunismus beigetragen hat, gleichzeitig aber verblasst die Erinnerung an das theologische Erbe Karol Wojtyłas. Zwar schien das öffentliche Sterben Johannes Pauls II. im Frühjahr 2005 auch der polnischen Kirche neue Impulse zu verleihen, doch mittlerweile agiert die Kirche vielfach wie gelähmt.

Franziska Rich: Meine Begegnungen mit Solschenyzin
Vor 40 Jahren gab Alexander Solschenizyn sein erstes Fernsehinterview in Westeuropa. Als Übersetzerin mit dabei war Franziska Rich, die langjährige Projektverantwortliche von G2W, die sich in ihrem Beitrag an ihre Begegnungen mit Solschenizyn erinnert. Bei dem Beitrag handelt es sich um einen leicht gekürzten Vortrag, den Franziska Rich im Rahmen der Tagung „Solschenizyns Schweizer Jahre“ am 26. Mai 2014 in Moskau vorgetragen hat.

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