G2W 1/2011: Moldova - Russland

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Andrei Avram: Konkurrierende Orthodoxe Metropolien in der Republik Moldau
In der Republik Moldau konkurrieren seit 1992 zwei orthodoxe Kirchenorganisationen: die Metropolie von Chişinău und ganz Moldova des Moskauer Patriarchats und die Metropolie Bessarabien, die der Rumänischen Orthodoxen Kirche untersteht. Die beiden Metropolien vertreten unterschiedliche identitätspolitische Ansätze: Während die Metropolie Bessarabien einem Panrumänismus huldigt, ist die Metropolie von Chişinău im Sinne des Moldowanismus um eine Abgrenzung von Rumänien bemüht.

Gerd Stricker: Orthodoxe Kirche und Russischer Staat
Die Russische Orthodoxe Kirche im post-sowjetischen Russland erweckt oftmals den Eindruck, Staatskirche zu sein, beispielsweise wenn Patriarch und Präsident medienwirksam gemeinsam auftreten. Vor diesem Hintergrund und angesichts der komplexen Beziehungsgeschichte zwischen der Orthodoxen Kirche und den unterschiedlichen russischen Staatswesen seit dem 18. Jahrhundert geht der Autor der Frage nach, inwieweit sich die Russische Orthodoxe Kirche wieder auf dem Weg zu einer Staatskirche befindet.

Ekaterina Khodzhaeva: Religiöse Identitäten von Jugendlichen in Tatarstan
Die Republik Tatarstan der Russländischen Föderation gilt als Vorzeigemodell, was das friedliche Zusammenleben von Muslimen und Christen betrifft. Soziologische Studien zeigen, dass die meisten Jugendlichen, die in diesem Umfeld aufgewachsen sind, ihre religiöse Identität auf die Traditionen ihrer Familie oder ihrer Ethnie zurückführen. Dies hat allerdings immer weniger mit persönlichen Überzeugungen oder guten Kenntnissen der entsprechenden Glaubensinhalte zu tun.

Wolfgang Schwaigert: Die Syrische Orthodoxe Kirche
Die Syrische Orthodoxe Kirche gehört zu der Familie der orientalisch-orthodoxen Kirchen. Nach einer Blütezeit vom 7. bis zum 13. Jahrhundert folgte ab dem 14. Jahrhundert eine Periode des Niedergangs unter mongolisch-muslimischer Herrschaft. Ihre Identität wird vor allem vom Mönchtum in den Klöstern im Südosten der Türkei, aber auch in der westlichen Diaspora bewahrt.

Stefan Kube: Der "Fall Artemije"
Die Bischöfe der Serbischen Orthodoxen Kirche haben an ihrer Herbsttagung im November 2010 einen neuen Bischof für die Eparchie Raška-Prizren im Kosovo gewählt. Der emeritierte frühere Bischof der Eparchie, Artemije (Radosavljević ), besetzte daraufhin mit seinen Anhängern zwei Klöster im Nordkosovo. In Reaktion auf sein unkanonisches Verhalten entzog die Bischofsversammlung Artemije den Bischofsrang. Der «Fall Artemije», der die Kirchenleitung schon seit einigen Jahren beschäftigte, dürfte somit ein Ende gefunden haben.

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