G2W 2/2011: Bosnien - Baltikum

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Dennis Dierks: Zerstörung und Wiederaufbau der Ferhadija-Moschee
Die im 16. Jahrhundert erbaute Ferhadija-Moschee in Banja Luka galt einst als Wahrzeichen der nordbosnischen Stadt. Während des Bosnienkriegs wurde die Moschee 1993 von serbischen Nationalisten gesprengt, die damit die Erinnerung an die multireligiöse Vergangenheit der Stadt auslöschen wollten. Auf internationalen Druck konnte 2001 mit dem Wiederaufbau der Moschee begonnen werden.

Berislav Župarić: Die "herzegowinische Affäre"
Im Bistum Mostar-duvno in der Herzegowina gibt es seit mehreren Jahrzehnten Konflikte zwischen dem Ortsbischof und den Franziskanern um die Verwaltung der hiesigen Pfarreien. Mehrere Pfarreien weigern sich bis heute die vom Bischof eingesetzten Diözesankleriker als ihre Priester anzuerkennen und werden stattdessen von aus dem Orden entlassenen Franziskanern seelsorgerisch betreut. Diese sog. «herzegowinische Affäre» nimmt mittlerweile Züge eines Schismas an.

Stefan Kube: 30 Jahre Medjugorje
Seit 1981 sorgen Berichte über angebliche Marienerscheinungen in Medjugorje für weltweites Aufsehen und für einen unablässigen Pilgerstrom in das Dorf in der westlichen Herzegowina. Die «Erscheinungen» haben allerdings nicht nur zu einer großen Welle religiöser Erneuerung geführt, sondern auch eine Reihe von Konflikten hervorgerufen. Innerhalb der römisch-katholischen Kirche gibt es bis heute Kontroversen um die offizielle Anerkennung von Medjugorje als Wallfahrtsort.

Jürgen Buch: Synagogen in Litauen
Die jüdische Bevölkerung hat Geschichte und Kultur Litauens bis zum Zweiten Weltkrieg stark geprägt. Daran erinnert nun ein zweibändiger Katalog der Kunsthochschule Vilnius, der in Zusammenarbeit mit israelischen, russischen und deutschen Experten und mit Rückgriff auf die Erinnerungen der litauischen Bevölkerung entstanden ist. Leider fehlen dem Staat und den kleinen jüdischen Gemeinden heute die finanziellen Mittel, den Erhalt der 96 noch vorhandenen Synagogen auf Dauer zu sichern. Von etwa 1000 ehemaligen Synagogen fehlt jede Spur.

Sebastian Rimestad: Die beiden orthodoxen Kirchen von Estland
Seit den 1990er Jahren streiten sich das Ökumenische Patriarchat und das Patriarchat Moskau um die jurisdiktionelle Zugehörigkeit der Orthodoxie in Estland. Auch wenn in manchen Detailfragen Kompromisslösungen gefunden werden konnten, schwelt der Konflikt bis heute weiter. Der Kirchenstreit findet vor allem auf der kirchlichen Leitungsebene statt, während er im Gemeindeleben der orthodoxen Bürger Estlands keine große Rolle spielt.

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