G2W 3/2011: Kirchen und Medien

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Wolfgang Schwaigert: Die Koptische Orthodoxe Kirche
Der Terroranschlag auf die «Kirche der Heiligen» in Alexandria in der Neujahrsnacht hat die Koptische Orthodoxe Kirche wieder ins Licht der Öffentlichkeit gerückt. Im Rahmen unserer Reihe über die orientalisch-orthodoxen Kirchen geht der Autor auf das schwierige Verhältnis von Christen und Muslimen in Ägypten ein und nimmt die Entwicklung der Koptischen orthodoxen Kirche in den Blick, die immer mehr Jugendliche und gebildete Menschen anzusprechen vermag.

Ulrich Ruh: Kirchliche Medien in der allgemeinen MedienlandschaftIn der allgemeinen Medienlandschaft spielen die kirchlichen und kirchennahen Medien eher eine marginale Rolle. Sie können allerdings eine wichtige Brückenfunktion zwischen den Religionsgemeinschaften und den Medien übernehmen, wenn sie sich nicht nur auf die kirchliche Binnenkommunikation konzentrieren oder sich in einer Art Hofberichterstattung erschöpfen. Zum Anforderungsprofil kirchlicher Medien gehören somit eine kritische Sachlichkeit und eine allgemein verständliche Aufbereitung religiöser Themen.

Maryana Hnyp: Kirchen und Massenmedien in der Ukraine
Die Ukraine verfügt über eine lebendige religiöse Medienlandschaft, in der sich die religiöse Vielfalt des Landes widerspiegelt und auch interkonfessionelle Initiativen nicht fehlen. Das große Vertrauen der Bevölkerung in die Kirchen und die Massenmedien motiviert säkulare und religiöse Journalisten zu verstärkter Kooperation.

Filip Breindl: Christliche audiovisuelle Medien in Tschechien
Seit Dezember 1995 ist mit «Radio Proglas» ein christlicher Radiosender in Tschechien zu empfangen. Der Autor beschreibt die schwierigen Anfänge des Senders, seine Programmgestaltung und sein Finanzierungsmodell. «Radio Proglas» kooperiert auch eng mit dem Fernsehkanal «noe», der ebenfalls über kirchliche themen berichtet. Angedacht ist zudem eine eigene christliche Presseagentur für Tschechien.

Péter Techet: Gepresste Freiheit unter Ungarns neuem Mediengesetz
Das neue ungarische Mediengesetz hat im In- und Ausland Befürchtungen vor einer Presse- zensur geweckt und wird heftig kritisiert. In Zeiten der Wirtschaftskrise haben viele Ungarn jedoch andere Sorgen, als für die Pressefreiheit zu kämpfen. Oppositionelle Zeitungen sind in ihrer Existenz weniger durch das neue Mediengesetz als durch eine schwindende Nachfrage bedroht. Die allgemeine Politikmüdigkeit eröffnet hingegen religiösen Medien neue Chancen.

Drago Bojić: Religion und Medien in Bosnien-Herzegowina
Die heutige Medienlandschaft in Bosnien-Herzegowina spiegelt die nationale Aufteilung der Gesellschaft wider. Säkulare wie religiöse Medien bedienen in erster Linie das eigene nationale Zielpublikum. Die großen religiösen Leitmedien tendieren dabei zu einer unkritischen Identifizierung mit der Politik der jeweiligen nationalen Parteien. Über die Leitung der Religionsgemeinschaften wird zumeist in einer Art Hofberichterstattung berichtet, ernsthafte Analysen zu religiösenThemen fehlen dagegen fast vollkommen.

Živica Tucić: Die Serbische Orthodoxe Kirche und die Medien
Die Serbische Orthodoxe Kirche hat ein gespaltenes Verhältnis zu den Medien. Auf der einen Seite kritisiert sie die Medien als sensationslüstern und als Vermittlerin «falscher Werte», auf der anderen Seite scheut sich die Kirche nicht, die Medien für ihre eigenen Zwecke einzuspannen. Besonders rechtsnationalistische junge Intellektuelle im Umfeld der Kirche wissen die Medien für ihre Thesen zu nutzen.

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