RGOW 11/2011: Evangelische Kirchen

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Ondřej Macek: Protestantismus in Tschechien
Die Evangelische Kirche der Böhmischen Brüder (EKKB) ist zahlenmäßig die größte protestantische Kirche in Tschechien. Sie entstand 1918 aus dem Zusammenschluss von lutherischen und reformierten Gemeinden. Heute ist die EKBB eine staatlich anerkannte Kirche und genießt eine Reihe von Rechten. Ungeklärt zwischen Staat und Kirche ist nach wie vor die Restitutionsfrage.

Dorothea Frauböse: Slowenien: Kleine Kirche vor großen Herausforderungen
Die Evangelische Kirche A. B. in Slowenien geht auf das Wirken des Reformators Primus Truber zurück, der auch als Begründer der slowenischen Schriftsprache gilt. Bis zum Zweiten Weltkrieg prägten deutschsprachige Protestanten das Gesicht der Kirche mit. Im seit 1991 unabhängigen Slowenien versucht die Kirche durch eine Reihe von Projekten und Veranstaltungen in der Öffentlichkeit präsent zu sein.

Katalin Mirák: Die lutherische Faktenerhebungskommission in Ungarn
Im Jahr 2005 bildete die Evangelisch-Lutherische Kirche in Ungarn eine Faktenerhebungskommission, die die Beziehungen zwischen der Kirche und den Staatssicherheitsdiensten in den Jahren 1945–1989 untersuchen soll. Die Autorin ist Mitarbeiterin der Kommission und berichtet über die Chancen und Schwierigkeiten bei der kirchlichen Aufarbeitung der kommunistischen Vergangenheit.

Andreas Hess: Religion und Nation – eine nachdenkliche Anfrage
Neben dem gegenwärtigen Präsidenten der «Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa» (GEKE), Thomas Wipf, sowie dem Historiker und früheren EPD-Redakteur, Walter Wolf, hat die Reformierte Theologische Universität Debrecen in Ungarn am 4. November 2010 Andreas Hess mit der Ehrendoktorwürde der Theologie ausgezeichnet. Andreas Hess war lange Jahre der Osteuropa-Beauftragte des «Hilfswerks der Evangelischen Kirchen Schweiz» (HEKS). Anlässlich der Ehrenpromotion hielt Andreas Hess im Rahmen eines Symposiums zu «20 Jahre nach der Wende» folgenden Vortrag, den wir an dieser Stelle leicht gekürzt abdrucken.

Urmas Petti: Die Lutherische Kirche im heutigen Estland
In Estland bekennt sich nur noch ein Drittel der Bevölkerung zu einer bestimmten Religionsgemeinschaft. Auch die Estnische Evangelisch-Lutherische Kirche hat mit schwindenden Gliederzahlen und mit der Überalterung ihrer Geistlichen zu kämpfen. Intern besonders umstritten sind die künftige Ausrichtung des Theologischen Instituts in Tallin und das Thema Homosexualität.

Gerd Stricker: Lutheraner in Russland
Deutsche Einwanderer gründeten die Evangelisch-Lutherische Kirche in Russland. In den 1930er Jahren wurde sie von den Bolschewiki fast vernichtet und konnte jahrzehntelang nur im Untergrund existieren. Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus war die Kirche vom Massenexodus der Russlanddeutschen betroffen und öffnet sich nun auch ethnischen Russen. Es ist unklar, ob liberale, pietistischkonservative oder russisch-nationale Kräfte den künftigen Weg der Kirche bestimmen werden.

Bischof Otto Schaude: Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Sibirien
Otto Schaude aus Württemberg ist seit Oktober 2010 Bischof der «Evangelisch-Lutherischen Kirche Ural, Sibirien und Ferner Osten» (ELKUSFO). In dem Beitrag berichtet er von seinen Erfahrungen in der flächenmäßig größten lutherischen Kirche der Welt. Heute steht die ursprünglich deutsch geprägte ELKUSFO vor allem vor der Herausforderung, sich der russischen Sprache und Kultur zu öffnen.

Daniela Hofstetter: Besuch in einer Baptistengemeinde in Ulan-Ude
Die Baptisten stellen die größte protestantische Gruppe in Russland dar. Erste Gemeinden wurden gegen Ende des 19. Jahrhunderts gegründet. Seit dem Ende der Sowjetunion verzeichnen die Baptisten große Zuwachszahlen – insbesondere in Sibirien. Aus einer der vier baptistischen Gemeinden in der burjatischen Hauptstadt Ulan-Ude vermittelt die Autorin ein Stimmungsbild.

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