RGOW 1/2014: Ungarn

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Im Fokus: Kirchliche Unterstützung für die Proteste in der Ukraine
von Olga Stieger, RGOW

Karin Rogalska: Resignation statt Revolution
Obwohl die Regierung Orbán ihre Wahlversprechen von 2010 nicht eingehalten hat, deutet der eher laue Wahlkampf daraufhin, dass die Regierungspartei Fidesz abermals die Parlamentswahlen 2014 gewinnen wird. Der Fidesz wird von der Bevölkerungsmehrheit noch immer als das geringste Übel betrachtet. Geprägt wird die politische Diskussion vor allem um den Streit über eine Wahlrechtsreform. Bemühungen um eine Imageverbesserung auf dem europäischen Parkett und gegenüber ausländischen Investoren haben dagegen kaum gefruchtet.

Enikő Dácz: Die Siebenbürger Ungarn zwischen zwei Fronten
Mit dem innenpolitischen Machtkampf in Rumänien und dem neuen Kurs der ungarischen Regierung ist auch die seit 2002 anscheinend stabile Lage der ungarischen Minderheit in Rumänien wieder aus dem Gleichgewicht geraten. Im Rahmen der notwendigen Dezentralisierung und Regionalisierung in Rumänien fordert das mehrheitlich von Ungarn bewohnte Szeklerland wieder verstärkt einen autonomen Status, was erneut zu zwischenstaatlichen Spannungen führt.

Péter Techet: Absurditäten in der ungarischen Medienlandschaft
Ungarns neues Mediengesetz hat 2011 für Wirbel gesorgt. Problematisch ist aber weniger der Gesetzestext als dessen Interpretation und der allgemeine politische Druck, der auf sämtliche kritische Berichterstattungen ausgeübt wird. Doch während die Einschaltquoten des öffentlich-rechtlichen regierungsfreundlichen Fernsehens ungewöhnlich tief sind, floriert der ungarische Galgenhumor im Internet.

Sándor Fazakas: Die reformierte Kirche in der Übergangsgesellschaft Ungarns
Nachdem viele Zukunftshoffnungen nach der Wende enttäuscht worden sind, stellt die ungarische Gesellschaft hohe Erwartungen an die Kirche als Garant von Kontinuität und sozialen Dienstleistungen. Insofern die Kirche auch von der Tagespolitik vermehrt vereinnahmt wird, tut eine ernsthafte Auseinander­setzung mit ihrer Rolle in der Vergangenheit not – gerade auch um tragfähige Zukunftsperspektiven für ein konstruktives Miteinander von Staat, Kirche und moderner Gesellschaft zu entwickeln.

David Tréfás: Die reformierten Kirchen zwischen Ost und West
In den schweizerisch-ungarischen Beziehungen spielten die reformierten Kirchen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs eine bedeutende Rolle. So konnte die Schweiz, die im Rahmen der außenpolitischen Maxime „Neutralität, Universalität, Solidarität“ großzügige Hilfe leistete, auf bestehende kirchliche Beziehungen zurückgreifen. Mit dem endgültigen Beginn des Kalten Krieges 1949 kamen aber auch diese zum Erliegen, woran auch Karl Barths Initiativen nichts ändern konnten.

Ágnes Tóth und János Vékás: Nationale Minderheiten in Ungarn von 2001 bis 2011
Im ungarischen Nationalitätengesetz sind 13 Minderheiten erfasst. In der Volkszählung von 2011 bekennen sich wesentlich mehr ungarische Bürger und Bürgerinnen zu einer Minderheit, als gemäß der natürlichen Wachstumsdifferenz und Wanderungsdifferenz seit 2001 zu erwarten war. Neu beobachtet wird eine Assimilations- bzw. Dissimilationsdifferenz von Menschen, die Fragen zu ihrer ethnischen Identität je anders beantwortet haben.

FRANKREICH

Olga Stieger: Umstrittene Wahl des neuen Oberhaupts des Exarchats
Die Wahl von Erzbischof Job (Getcha) zum neuen Oberhaupt des „Erzbistums russisch-orthodoxer Kirchen in Westeuropa – Exarchat des Ökumenischen Patriarchats“ ist von internen Querelen und Konflikten überschattet. Viele Geistliche und Gläubige werfen dem Ökumenischen Patriarchat eine unangemessene Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Erzbistums vor.

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